Die Heidelberger Firma Sparruf macht sich dazu die Flatrateangebote und Minutenkontingente der großen Netzbetreiber für Telefonate ins
E-Plus -Netz zunutze: Für ein Auslandstelefonat rufen die Kunden zunächst eine Handynummer im Netz des E-Plus-Partners Vistream an. Dann wird die Zielrufnummer im Ausland eingegeben und die Verbindung hergestellt. "Wir verdienen mit jedem Anruf dennoch Geld", stellt Sparruf-Geschäftsführer Nikolaus Starzacher klar. Die Firma sei an den sogenannten Terminierungsentgelten beteiligt, jenen knapp 9 Cent je Minute, die Vistream für eingehende Gespräche erhält.
Das Angebot setzt die Mobilfunknetzbetreiber weiter unter Druck. Die EU hat nach der Regulierung der Preise für Gespräche im Ausland bereits die hohen Tarife für den SMS-Versand und die Nutzung von Datendiensten im Ausland im Visier. Nun droht auch das lukrative Geschäft mit grenzüberschreitenden Gesprächen zu zerbröseln. Selbst Billiganbieter wie die E-Plus-Tochter Simyo verlangen für Telefonate ins Ausland Preise von 1,80 Euro je Minute - weit mehr als jene 9 Cent, die bei Simyo für innerdeutsche Gespräche fällig werden.
Bislang konnten die Mobilfunkfirmen ihr Preisgefüge für Auslandsgespräche gut schützen. Anbieter wie Rebtel oder Cellity, die schon vor Jahren Billigeinwahlnummern im deutschen Festnetz schalteten, um von dort die Gespräche per Internet ins Ausland zu leiten, scheiterten an der Komplexität ihres Angebots. Nutzer mussten damals teilweise Software auf ihr Handy laden, um die Billiganrufe starten zu können. Diese Hürden baut das Sparruf-Angebot nicht auf. Auch Handykunden, die keine Flatrate gebucht haben, können zudem darüber telefonieren. "Diese Nutzer zahlen dann den jeweiligen Minutenpreis für Gespräche in deutsche Handynetze", sagte Sparruf-Chef Starzacher. Auch bei den Mobilfunkkonzernen wird bereits mit Billigpreisen experimentiert. So berechnet die O2-Tochter Fonic seit Kurzem für Verbindungen ins Festnetz europäischer Länder sowie in die USA und nach Kanada den Inlandspreis von 9 Cent.