Das Gemeinschaftsunternehmen wird zu gleichen Teilen dem deutschen und dem französischen Konzern gehören, teilten die beiden Unternehmen gestern mit.
Um nicht ganz aus dem britischen Markt aussteigen zu müssen, begibt sich die Deutsche Telekom in ein schwieriges Joint Venture. Alternative wäre ein Verkauf gewesen. So hatten die Konkurrenten Vodafone und Telefónica jeweils etwa 4 Mrd. Pfund für T-Mobile UK geboten.
Wie groß die Furcht vor Streitigkeiten ist, zeigt die filigrane Machtbalance, die bereits zu Beginn der abschließenden Detailverhandlungen feststeht. "Wir haben die wesentlichen Punkte für mögliche Konflikte gelöst", sagte Telekom-Finanzchef Timotheus Höttges gestern. "Für Themen wie die Besetzung von Managementposten, Budgets oder mögliche Exits gibt es klare Mechanismen", sagte er. Schwierigkeiten und Konflikte wie bei EADS, Sony BMG oder Sony Ericsson sollen so vermieden werden. Konzernintern gibt es aber Kritik an Telekom-Chef René Obermann. "Wir hätten uns eine klarere Lösung von Obermann erhofft", hieß es gestern in Führungskreisen
Die Telekom muss an die Franzosen zahlen, da T-Mobile in Großbritannien der kleinere Anbieter und damit weniger wert ist. Der Bewertungsausgleich erfolgt über ein kompliziertes Konstrukt, das ein Darlehen und Schulden beinhaltet. Anleger begrüßten den Schritt. Die Aktienkurse beider Konzerne legten knapp zwei Prozent zu.
Durch die Verschmelzung der beiden Mobilfunkunternehmen erwarten die Konzerne Einspareffekte von über 3,5 Mrd. Pfund. Dazu sollen Stellenstreichungen sowie die Zusammenlegung der Mobilfunknetze und der konzerneigenen Läden beitragen. Wie viele der rund 19.000 Jobs wegfallen, wollten die Manager nicht sagen.
Dementsprechend soll sich das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebitda) verbessern. "Nach einiger Zeit erwarten wir eine Ebitda-Marge, die höher liegen wird als bei den Besten in Großbritannien", sagte Richard Moat. Der T-Mobile-UK-Chef wird im neuen Unternehmen als Vorstand das Tagesgeschäft verantworten. Vorstandsvorsitzender wird der Orange-Chef Tom Alexander. Die operative Marge des aktuellen Marktführers O2 lag im ersten Halbjahr 2009 bei 25 Prozent.