Dann nämlich, so warnte Motorola in einem Brief an seine Kunden, wird das Satellitentelefon-Unternehmen Iridium abgeschaltet, falls sich bis Mittwoch kein Investor findet. Das würde Funkstille für die 50.000 Nutzer bedeuten, die auch noch vom abgelegensten Winkel der Erde telefonieren können. Motorola ist mit 19 Prozent der wichtigste Iridium-Investor und weitgehend für den technischen Betrieb verantwortlich.
Die Warnung folgt auf den Rückzug des Mobilfunk-Milliardärs Graig McCaw. Andere Investoren ließen sich nicht auftreiben. Die Gläubiger haben beim Gericht bereits Akteneinsicht beantragt, um später gegen andere bevorrechtigte Geldgeber wie die Chase Manhattan Bank vorgehen zu können. Insbesondere wollen sie prüfen, ob diese sich bei ihren Krediten unberechtigt Pfandrechte auf das Anlagevermögen von Iridium verschafft haben. Eine Gruppe von Bond-Besitzern plant außerdem, Motorola auf 3,5 Mrd. $ Schadensersatz zu verklagen.
Motorola beruhigt unterdessen die Iridium-Kunden, dass deren Investment nicht vollkommen verloren sein soll. Nach der Abschaltung will das Unternehmen die mindestens 2000 DM teuren, dann aber wertlos gewordenen Telefone von Neukunden aus diesem Jahr zurückkaufen.