Europas Mobilfunkbetreiber ordern derzeit große Mengen SIM-Karten für Smartphones der nächsten Generation. Und da genau diese SIM-Karten im mit Spannung erwarteten iPhone 5 von Apple eingesetzt werden dürften, sind die Bestellungen der Mobilfunker das bislang deutlichste Anzeichen dafür, dass eine Markteinführung des Smartphones kurz bevorsteht.
Apples europäische Netzpartner haben bei diversen Chipherstellern sogenannte Nano-SIM-Karten bestellt, die auch das einzige Teil des Handys sind, das den Mobilfunkbetreibern gehört.
Apple hat zwar noch nicht bestätigt, dass eine neue Version des iPhone auf den Markt kommt, doch an den Gerüchten ändert das wenig.
Spekuliert wird, dass der US-Konzern das Handy noch dieses Jahr im September oder Oktober auf den Markt bringt. Gerätselt und diskutiert wird außerdem über die technische Ausstattung des neuen iPhone. Einen größeren Bildschirm soll es haben, ein Metallgehäuse, und es soll auf den Mobilfunkstandard der vierten Generation ausgelegt sein, der die Übertragung größerer Datenmengen ermöglicht.
Die winzigen SIM-Karten, die auf dem Markt noch nicht aufgetaucht sind, führten dieses Jahr bereits zu erbitterten Auseinandersetzungen zwischen Apple und Nokia . Beide Hersteller wollten den neuen Standard kontrollieren.
Das für solche Standards zuständige Branchengremium genehmigte schließlich Apples Vorschlag. Die Nanochips, die 40 Prozent kleiner sind als die bisher verwendeten Mikro-SIM-Chips, werden aber auch in Geräten anderer Hersteller einsetzbar sein.
Die Netzbetreiber gehen davon aus, dass im iPhone eine Nano-SIM-Karte zum Einsatz kommt, sagten zwei Insider. Daher hätten sie bereits begonnen, Millionen der winzigen Chips in Lagerhäusern zu horten, weil sie auf die enorme Nachfrage vorbereitet sein wollen, mit der sie beim neuen iPhone rechnen. Apple wollte auf Anfrage keine Stellung nehmen.
Bei Markteinführung des iPhone 4 und des ersten iPad vor zwei Jahren wurden die Netzbetreiber auf dem falschen Fuß erwischt. Sie hatten nicht damit gerechnet, dass die damals neuen Mikro-SIM-Karten verbaut werden würden, und so hatten manche in den ersten Wochen Schwierigkeiten, die Nachfrage zu bedienen. Die meisten großen Netzbetreiber wollen diesmal unbedingt vorbereitet sein, sagte ein Insider.
Die Nano-SIM-Karten dürften im Lauf der Zeit auch von anderen Handyherstellern verwendet werden, weil dadurch auch dünnere Telefone möglich sind. Im neuen Lumia von Nokia, das im Herbst auf den Markt kommt, werden die Nanochips dem Vernehmen nach noch nicht eingesetzt. Das Lumia setzt auch auf das neue Microsoft-Betriebssystem Windows 8.
Apple verhandelt offenbar mit einigen Netzbetreibern über die Ausgestaltung der Vertriebsverträge, in denen unter anderem geregelt sein kann, wie viele Smartphones bestellt und verkauft werden. Bei diesen Verhandlungen wird die Einführung des neuen iPhone bereits berücksichtigt, weil solche Verträge in der Regel Laufzeiten von mehreren Jahren haben.
Quelle: The Financial Times