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Merken   Drucken   13.08.2007, 21:41 Schriftgröße: AAA

Nicht ohne meinen Mac

Mittlerweile dominieren Produkte wie das iPhone oder der iPod das Markenimage Apples. Doch Hauptumsatzbringer ist immer noch der gute alte Macintosh-Rechner. Und in den soll weiter investiert werden.
von Kevin Allison

Trotz des neuen Mobiltelefons iPhone und des immensen Erfolgs des iPod hat für Apple-Chef Steve Jobs das traditionelle Kerngeschäft nicht an Bedeutung verloren. Sein Konzern mag nicht mehr Apple Computer, sondern nur noch Apple heißen, aber der Macintosh-Rechner ist für das Unternehmen wichtig wie eh und je.

Apple-Chef Steve Jobs   Apple-Chef Steve Jobs

Diese Botschaft unterstrich Jobs vergangene Woche noch einmal, als er im Apple -Hauptquartier im kalifornischen Cupertino vor Scharen von Journalisten und Analysten die jüngste Generation von Macintoshs präsentierte. In der digitalen Welt, in der der Verbraucher auf einem Telefon wie dem iPhone im Web surfen und Fotos und Videos direkt ins Internet stellen kann, setzt Apple darauf, dass sich der Rechner immer stärker zum Dreh- und Angelpunkt entwickelt.

Für den besser betuchten Kunden gemacht

"Der PC war ursprünglich ein Gerät für Software, die die Produktivität steigerte", sagt Jobs im Gespräch mit der Financial Times. "Als das ausgeschöpft war, kam das Internet. Der Rechner wurde zur Maschine für den Internetzugang. Wir sehen das nächste Wachstum als Mittelpunkt des digitalen Lebens." Ein Feld seien beispielsweise Digitalfotos: "All diese Bilder (...) man muss in der Lage sein, etwas mit ihnen machen zu können. Man benötigt einen digitalen Schuhkarton", so der Apple-Chef.

Anscheinend hat Apple auf das richtige Pferd gesetzt. Andere PC-Hersteller leiden unter dem gnadenlosen Preiskampf und dem allgemeinen Schwächeln des amerikanischen Verbrauchermarkts. Die Absatzzahlen für den Macintosh sind dagegen in den vergangenen vier Quartalen rund drei Mal so schnell gewachsen wie der breite Markt. Dabei kostet der günstige iMac-Desktoprechner mit 1199 $ überdurchschnittlich viel. Apple baut darauf, mit seinem schicken neuen Design auch künftig die besser betuchten und modebewussten Kunden überzeugen zu können.

Bilderserie Bilderserie: iPhorie zum Verkaufsstart

Mit Spott reagiert Jobs auf die Frage, wie sich Apple auch in Zukunft Wettbewerbern stellen kann, die weitaus günstigere Modelle anbieten: "Wir versuchen, die Dinge so günstig anzubieten wie es geht, aber ich muss sagen, da draußen in unserer Branche gibt es Dinge, die wir nicht mit Stolz ausliefern könnten. Wir können das nicht, wir können keinen Schrott ausliefern", so der Apple-Mitgründer. "Es gibt eine Grenze, die wir, weil wir sind, wer wir sind, nicht überschreiten können. Wir bieten keine abgespeckten Produkte von lausiger Qualität an."

Mittlerweile dominieren neuere Produkte wie das iPhone oder der iPod das Markenimage Apples, aber Macintosh-Rechner machen noch immer den Großteil der Konzerneinnahmen aus. Im vergangenen Quartal steuerten Macs 2,5 Mrd. $ zum Umsatz bei, während iPod-Verkäufe insgesamt 1,6 Mrd. $ einbrachten.

Insgesamt bleibt Apple aber trotz aller aktuellen Erfolge ein kleiner Fisch auf dem PC-Markt. Das liegt vor allem daran, dass man bewusst die Firmenkunden ignoriert, die in großen Mengen einkaufen und dadurch den Löwenanteil der PC-Verkäufe auf sich vereinen. Marktforscher Gartner hat errechnet, dass Apple am Ende des ersten Quartals auf nicht einmal vier Prozent Marktanteil kam.

Anders sieht es auf dem Markt für Privatkunden aus. Laut Marktforscher NPD konnte Apple im vergangenen Quartal seinen Marktanteil für Desktop- und Laptop-Rechner von 13 auf 16 Prozent steigern. Mit neuer Software wie dem für Oktober angekündigten Betriebssystem Leopard soll das Profil im PC-Geschäft weiter geschärft werden.

"Wir haben unsere Investitionen in den Mac nicht ein Stück zurückgefahren", sagt Jobs. "Wir haben es geschafft, dass die Dinger sehr gut zusammenarbeiten. Man kann ein iPhone ohne einen Mac haben, aber wenn man einen hat, kann man so viel mehr damit machen. Das erhöht den Reiz des Macs."

  • Aus der FTD vom 14.08.2007
    © 2007 Financial Times Deutschland
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