Mit zahlungskräftiger Kundschaft kennt Perry Oosting sich aus. Früher war er bei Gucci, Prada und Bulgari
Das Geschäft mit Luxushandys setzt alle Regeln der Branche außer Kraft. Regelbruch Nummer eins: Es gibt keinerlei Beschränkungen, was Kosten und Herstellungsaufwand angeht. "Das ist der Traum jedes Ingenieurs", sagt Hutch Hutchinson, Technologiechef bei Vertu. Zweieinhalb Jahre hat seine Firma gebraucht, um das Smartphone zu entwickeln. Per Hand werden die Geräte zusammengesetzt. Verbaut werden Leder, Keramik, Saphir. Im Inneren steckt Nokia-Technik - ausgewählt nicht nach innovativer Technologie, sondern nach solider Leistung. Die Innovationszyklen liegen bei Luxushandys nicht im Monats-, sondern im Jahresbereich.
"Die Technologie entwickelt sich so schnell, dass wir erst gar nicht versuchen, hier aufzuholen", sagt Serge Simon, Generaldirektor des Vertu-Konkurrenten ModeLabs. Ein Zweig der französischen Firma entwickelt, baut und vertreibt Luxustelefone für Auftraggeber wie Tag Heuer, Dior und Versace. Die Kosten übernimmt ModeLabs, die Luxusmarken vergeben lediglich die Lizenzrechte an ihrem Namen. Für sie ist es ein profitables Geschäft. ModeLabs dagegen schreibt bisher Verlust. Das Interesse der Luxuslabels an einer eigenen Handylinie sei groß, sagt Simon. Die Einstiegskosten in den Mobilfunkmarkt betrügen allerdings mehrere Millionen Euro - "zehn- bis 20-mal mehr, als die Entwicklung von Uhren kostet."