Der spanische Telekomkonzern Telefonica streicht im Kampf gegen seine Schuldenlast Aktionären in diesem Jahr die Dividende. Im kommenden Jahr sollen 75 Cent je Anteilschein ausgeschüttet werden und damit halb so viel wie ursprünglich angedacht. Das Unternehmen teilte am Mittwoch mit, dass auch das Aktienrückkaufprogramm für 2012 gestoppt wurde. Im ersten Halbjahr ging der Telefonica-Nettogewinn nach eigener Mitteilung um mehr als ein Drittel auf 2,1 Mrd. Euro zurück. Dies lag im Rahmen der Analystenerwartungen.
Die internationale Ausrichtung von Telefonica hilft dem Konzern, die Schwäche auf dem Heimatmarkt etwas aufzufangen, wo jeder Vierte arbeitslos ist. Allerdings verlangsamt sich auch das Wachstum in Lateinamerika. Mit den Einschnitten will Telefonica verhindern, von Ratingagenturen auf den gefürchteten Ramschstatus herabgestuft zu werden.
Telefonica könnte seine deutsche Tochter O2 Germany an die Börse bringen und hat dafür Kreisen zufolge bereits Banken ausgesucht. Experten gehen davon aus, dass die deutsche Telefonica-Tochter zwischen acht und zehn Mrd. Euro wert ist. Vermutlich würden die Spanier aber einen Teil der Aktien behalten. O2 ist in Deutschland der kleinste Mobilnetzbetreiber - hinter dem Marktführer Deutsche Telekom sowie Vodafone und E-Plus.