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Onlinebezahldienste: Telekom greift ganz nach Clickandbuy
Exklusiv Die Deutsche Telekom verhandelt über eine Komplettübernahme des Internet-Bezahldienstleisters Clickandbuy. Derzeit hält der Telekomkonzern über seine Beteiligungstochter etwa 20 Prozent an dem Unternehmen."Wenn da nichts mehr dazwischenkommt, wird das über die Bühne gehen", verlautete aus informierten Kreisen. Über den Kaufpreis wurde nichts bekannt. Bei Clickandbuy schmieden Arbeitsgruppen seit Wochen an einem Plan für die Integration in die Telekom. Der existierende Telekom-Bezahldienst T-Pay könnte in Folge mit Clickandbuy verschmolzen werden, erfuhr die FTD. Die Deutsche Telekom sowie Clickandbuy lehnten dazu am Montag einen Kommentar ab.
Mehrheitseigner bei Clickandbuy sind die Familie von Finck und eine weitere Familie aus der Schweiz, die gemeinsam etwas mehr als zwei Drittel der Anteile besitzen. Zudem hält die Beteiligungstochter des Chipkonzerns Intel etwa zehn Prozent.
Der mögliche Zukauf passt in die neue Strategie von Telekom-Chef René Obermann . Der Manager will den Konzern unter anderem zu einem digitalen Kiosk für die verschiedensten Inhalte entwickeln. Mögliche Partner lockt der Dax -Konzern mit seinen rund 65 Millionen Mobilfunk- und Festnetzkunden in Deutschland sowie mit der Möglichkeit, Preise über die Telekom-Rechnung zu verbuchen.
So können seit wenigen Tagen Telekom-Mobilfunknutzer mit einem internetfähigen Handy auf kostenpflichtige Regionalausgaben der "Bild" zugreifen und diese über ihre Telefonrechnung bezahlen. Das E-Paper des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" kann so ebenfalls bezahlt werden. Es steht zudem künftig nicht mehr nur auf der verlagseigenen Website, sondern auch bei T-Online zum Abruf bereit. Details zu seiner neuen Konzernstrategie will Obermann Mitte des Monats in Bonn vorstellen.
Clickandbuy hilft der Telekom, über die eigene Kundschaft hinaus möglichst viele Nutzer ansprechen zu können. Bei dem Dienstleister hinterlegen Kunden einmalig ihre Konto- und Kreditkartendaten. Bei Websites, die Partner des Unternehmens sind, müssen Kunden dann nicht jedes Mal ihre kompletten Daten erneut eingeben. Ähnlich verfahren Konkurrenten wie die Ebay -Tochter Paypal oder Moneybookers. Zudem können Clickandbuy-Kunden mit einem kleinen Zusatzprogramm über das Webnetzwerk Facebook Geldbeträge versenden. Bei Paypal und Moneybookers ist diese Art der Überweisung per gewöhnlicher E-Mail möglich.
Zu den größeren Clickandbuy-Partnern gehören Apples Onlineshop iTunes, der Elektronikhändler Redcoon sowie Bonprix, ein Anbieter der Otto-Gruppe. Das Clickandbuy-Volumen gehandelter Waren und Dienstleistungen sowie der Finanztransaktionen lag 2008 laut Branchenkreisen bei 922 Mio. Euro. Im vergangenen Jahr sollen es mehr als 1 Mrd. Euro gewesen sein. Das Unternehmen mit knapp 300 Mitarbeitern behält davon einen geringen Prozentsatz als Gebühr ein. Wie hoch der tatsächliche Umsatz ist, wollte das Unternehmen nicht sagen. Es könnte ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag sein.
Ende 2007 hatte es bei Clickandbuy einen heftigen Kampf um die Führung gegeben zwischen dem Gründer und damals größten Aktionär Norbert Stangl auf der einen Seite sowie den Privatinvestoren, der Telekom, 3i sowie Intel auf der anderen Seite. Nach wochenlangem Gezerre rauften sich die Parteien wieder zusammen. Zu dieser Zeit lehnten die Investoren das Kaufgebot eines Interessenten über 100 Mio. Euro als zu niedrig ab.
Mittlerweile haben Stangl sowie der Fonds 3i ihre Beteiligungen an die Alteigner verkauft. Seit Ende 2008 führt der ehemalige AOL-Deutschlandchef Charles Fränkl die Geschäfte.
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09.03.2010
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