Kursinformationen und Charts
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Oracle
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26,14 USD |
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+0,08% |
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Google
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591,53 USD |
[-12.13] |
-2,01% |
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Michael Lynch ist einer der wenigen Leute in der Softwareindustrie, die das Entwicklungspotenzial des Suchmaschinenbetreibers
Google für äußerst begrenzt halten. Der Vorstandschef des britischen Softwareunternehmens
Autonomy verbreitet damit zweifelsohne Optimismus in eigener Sache. Denn Autonomy ist genau in jenem Bereich führend, den die Internet-Weltmacht Google auf der Suche nach neuen Einnahmequellen erobern möchte: dem Durchsuchen riesiger Datenmengen sowie der Verknüpfung des Datenwirrwarrs in Unternehmen und Behörden zu sinnvollen Informationen.
"Suche ist mehr, als ein, zwei Wörter in ein Feld einzutippen und auf die Eingabetaste zu drücken", sagt Lynch. "Bei der Suche im Internet ist Google unschlagbar, aber unsere Programme haben mehr als 300 Funktionen und durchsuchen automatisch riesige Mengen unstrukturierter Daten."
Datenflut kanalisieren
Die Wissensgesellschaft droht in digitalen Informationen zu ertrinken, und Autonomy will die Datenflut kanalisieren helfen. 80 Prozent aller Informationen der Unternehmen sind laut Lynch unstrukturiert, Tendenz steigend. Unstrukturierte Informationen, das sind E-Mails, Telefongespräche, Videos, Websites, Sprachnachrichten, Blogs oder Kundenanfragen sowie unzählige andere Informationen, die nicht in klassischen Datenbanken gespeichert werden.
Autonomys Programme teilen Daten auf Grund von Wahrscheinlichkeitsberechnungen in sinnvolle Kategorien ein und suchen Muster. Die Software kann Strukturen erkennen, ohne die Sprache zu verstehen, verwandte Dokumente identifizieren oder Warnungen aussprechen. So könnte eine Behörde nach Terroranschlägen beispielsweise automatisch E-Mail- oder Telefonverkehr auf auffällige Muster hin untersuchen, um eine Spur zu den Tätern zu finden.
Kein Wunder also, dass die in Cambridge beheimatete Firma mit Behörden und Geheimdiensten 30 Prozent ihres Umsatzes erwirtschaftet. Zu den Kunden gehören etwa die amerikanische National Security Agency (NSA), das US-Außenministerium sowie die britische Polizei. In der Privatwirtschaft bedient Autonomy Konzerne wie
DaimlerChrysler oder die
Deutsche Bank .
Friedhof mit Internetfirmen
Mathematiker Lynch, der Autonomy vor zehn Jahren gründete und mit dem Börsengang 1998 der erste Internetmilliardär Großbritanniens wurde, hasst den Vergleich von Autonomy mit Google: "Wir sind keine Suchmaschine", sagt der Engländer im Besprechungszimmer der kalifornischen Autonomy-Niederlassung mit Panoramablick über die San Francisco Bay. Im Gegenteil: "Es gibt vermutlich acht oder neun Internet-Suchfirmen, die sich mit Suchtechnologie für Unternehmen versucht haben und gescheitert sind - es ist ein Friedhof mit Firmen wie Inktomi oder Altavista", so Lynch. Google versuche sich schon seit drei Jahren mit wenig Erfolg in diesem Bereich, was die geringen Einnahmen belegten, lästert Lynch.
Gefahr sieht der Autonomy-Chef von einer ganz anderen Seite aufziehen: Softwarekonzerne, die sich mit Großunternehmen und Unternehmensanwendungen auskennen. Dazu zählt er Giganten wie
Oracle oder
SAP . Nach seiner Einschätzung dürften sich diese Anbieter in spätestens zwei Jahren auf diesen Markt stürzen. Durch Internet-Telefonie und Multimedia-Anwendungen werde der Bedarf nach Software zum Durchsuchen und Analysieren zunehmen. "Unstrukturierte Daten sind meiner Meinung nach das größte Geschäft für die Informationstechnologiebranche", sagt Lynch.