FTD.de » IT + Medien » IT+Telekommunikation » Gericht verdonnert Chefs von Apple und Samsung zu Gesprächen
Merken   Drucken   18.04.2012, 12:15 Schriftgröße: AAA

Patentstreit: Gericht verdonnert Chefs von Apple und Samsung zu Gesprächen

Apple-Chef Tim Cook und Samsung-Lenker Gee-Sung Choi müssen sich bald treffen. Das ordnete eine US-Richterin an, um eine außergerichtliche Einigung im Patentkrieg der Konzerne zu erreichen.
© Bild: 2011 DPA/Bildfunk/Robert Vos
Apple-Chef Tim Cook und Samsung-Lenker Gee-Sung Choi müssen sich bald treffen. Das ordnete eine US-Richterin an, um eine außergerichtliche Einigung im Patentkrieg der Konzerne zu erreichen.

Apple  und Samsung  werden demnächst einen Versuch unternehmen, ihren erbitterten Patentstreit beizulegen - allerdings nicht freiwillig. Auf Drängen der zuständigen Richterin aus San Francisco erklärten sich beide Unternehmen bereit, auf Chefebene zu verhandeln. Das Gericht setzte eine Frist von 90 Tagen. Das geht aus am Dienstag veröffentlichten Unterlagen hervor.

Kursinformationen und Charts
   [ %
   [ %

Apple und Samsung werfen sich in zahlreichen Klagen in mehreren Ländern die rechtswidrige Verwendung eigener Entwicklungen vor. Im Sommer soll der große US-Prozess in Kalifornien beginnen, vor dem jetzt noch einmal verhandelt wird. In Deutschland laufen ebenfalls mehrere Klagen. Unter anderem gelang es Apple hier, den iPad-Konkurrenten Galaxy Tab 10.1 monatelang dem Handel fernzuhalten.

Apple wirft Samsung vor, Design und Technik von iPhone und iPad zu kopieren. Die Südkoreaner führen im Gegenzug vor allem diverse technische Patente ins Feld. Weil Samsung in dem Konflikt auch Patente einsetzt, ohne die grundlegende technische Standards nicht umgesetzt werden können, steht die Firma im Mittelpunkt von Ermittlungen der EU-Kommission.

Vom Gericht erzwungene Verhandlungen führen nicht unbedingt zum Erfolg, wie das jüngste Beispiel von Oracle  und Google  zeigt. Die Unternehmen waren sich in den Gesprächen um Ideenklauvorwürfe von Oracle gegen das Google-Betriebssystem Android nicht nähergekommen. Am Montag startete der Prozess.

Einen Unterschied im Fall von Apple und Samsung könnte jedoch ausmachen, dass die beiden Elektronikkonzerne auch Partner sind. Samsung ist einer der wichtigsten Apple-Zulieferer und produziert unter anderem die Bildschirme für Kassenschlager wie das iPad-Tablet. Apple versuchte zuletzt zwar, mit Investitionen in den japanischen Samsung-Rivalen Sharp  die Abhängigkeit von den Südkoreanern zu verringern, sie bleiben aber immer noch ein Schlüsselpartner.

Den Gerichtsunterlagen zufolge wollen sich Apple-Chef Tim Cook und Samsung-Lenker Gee-Sung Choi zusammen mit ihren Chefjuristen unter Vermittlung eines Richters zusammensetzen.

Die Unternehmen hatten bereits 2010 erfolglos versucht, die Streitigkeiten auszuräumen. Am Ende kam es im vergangenen Jahr zu der Klagewelle. Der deutsche Patentexperte Florian Müller, der die Konflikte in der Branche beobachtet, zählt Verfahren in neun Ländern auf. Er zeigte sich skeptisch, dass die Verhandlungen zu einer Einigung führen.

Den Konflikt hatte maßgeblich der im Herbst verstorbene Apple-Gründer Steve Jobs losgetreten. Laut seiner Biografie hielt er das Android-Betriebssystem, auf das auch Samsung setzt, für eine Kopie von Apples iPhone-Plattform iOS. Am Rande der Trauerfeier für Jobs hatte sich Cook bereits mit einem ranghohen Samsung-Manager getroffen, der Patentstreit ging danach jedoch mit unverminderter Härte weiter.

03:27:31 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
    % 
    % 
  • dpa, 18.04.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
Immobilien-Kompass
Immobilien-Kompass Deutschlands beste Wohnlagen

Preise, Mieten und Prognosen für Deutschlands Metropolen und Regionen mit detaillierten Übersichtskarten

Jetzt eigene Wohnlage prüfen

 
Anstatt FTD.de lese ich künftig ... Zum Ergebnis
Alle Umfragen
In eigener Sache
  • An Kiosks in der ganzen Republik hieß es am letzten Erscheinungstag der FTD: Zeitung vergriffen! Der Hype um die Schlussausgabe trieb merkwürdige Blüten. Der Verlag druckte 30.000 Exemplare nach. Wer keines abbekam - bestellen ist möglich. mehr

  •  
  • blättern
Zwischen Leben und Arbeiten
Work-Life-Balance

Die FTD hat zusammen mit dem GfK Verein die umfassendste bundesweite Studie zum Thema Work-Life-Balance veröffentlicht. Die Ergebnisse und mehr zum Thema finden Sie hier. Die Studie können Sie hier kaufen. mehr

Folgen Sie der FTD auf Twitter
Werden Sie Fan der FTD auf Facebook
  • Sie waren ein Herzstück der Zeitung und pointiert, scharf, teils brillant: Ihre Kolumnen, Leitartikel und Kommentare haben die FTD entscheidend geprägt. Zum letzten Mal: Unsere Kolumnisten sagen, was Sache ist. mehr

  •  
  • blättern
© 1999 - 2013 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Impressum | Datenschutz | Nutzungsbasierte Online Werbung | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

Geldanlage | Altersvorsorge | Versicherung | Steuern | Arbeitsmarkt | Energiewende | Ökostrom | Auto | Quiz | IQ-Test | Allgemeinwissen | Solitär | Markensammler