Der US-Technologiekonzern Hewlett-Packard hat seine Gewinnprognose für das dritte Quartal angehoben. Der Gewinn je Aktie werde im dritten Quartal voraussichtlich 1,00 Dollar betragen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Die bisherigen Erwartungen lagen zwischen 94 und 97 Cent.
Der Aktienkurs legte daraufhin deutlich zu. Allerdings gab es auch schlechte Nachrichten. HP muss 8 Mrd. Dollar in der Dienstleistungssparte abschreiben. Die Abschreibung gehe auf den aktuellen Aktienkurs, die Marktkonditionen sowie die aktuellen Geschäftstrends zurück, hieß es zur Begründung. Der Manager John Visentin, der bisher den großen Bereich Unternehmensdienstleistungen leitete, verlässt den Konzern.
In der PC-Sparte droht außerdem der Verlust der Marktführerschaft. Vor vier Wochen vermeldete das Marktforschungsinstitut Gartner, dass der chinesische Konkurrent Lenovo kurz davor sei, HP bei der Zahl der verkauften Geräte zu überflügeln. Nur noch 200.000 PCs pro Monat verkaufe HP mehr, meldete Gartner. Gehe der Trend so weiter, könnte sich Lenovo schon im laufenden Quartal auf die Spitzenposition vorschieben.
In den vergangenen Monaten gab es bei HP vor allem personelle Turbulenzen. Der zwischenzeitliche HP-Chef Léo Apotheker wollte die PC-Sparte abtrennen, verlor dann aber seinen Job. Innerhalb von knapp zwei Jahren gab es bei HP vier Konzernchefs. Die aktuelle Führungskraft Meg Whitman sagte vor einigen Wochen, die Sanierung könne bis zu fünf Jahre dauern.
Zu den Problemfeldern von HP gehöre auch die Druckersparte. Diese habe in wichtigen Märkten "ein paar Produktzyklen versäumt", sagte Whitman damals. Außerdem will die HP-Chefin die längerfristige Position der PC-Sparte stärken. Dieser Geschäftsbereich müsse "in Design investieren" und "eine langfristige Mobilstrategie erhalten", sagte sie. Weiter räumte Whitman ein, HP müsse sich erneut an der Entwicklung hochpreisiger Server versuchen. Das Unternehmen könne sich für Wachstum nicht auf die jetzigen Geräte verlassen, die auf Itanium-Prozessoren basieren.