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Merken   Drucken   24.05.2002, 08:50 Schriftgröße: AAA

Post schreibt digitale Signatur ab  

Die Deutsche Post zieht sich aus dem Geschäft mit digitalen Unterschriften zurück. Dazu wird der Bonner Zustellkonzern die defizitäre Tochter Signtrust auflösen. Damit steht der Erfolg der Technik in Deutschland in Frage. von Jörn Paterak, Nicola de Paoli und Andreas Krosta, Hamburg
Dies kündigte am Donnerstag der E-Business-Chef der Post, Clemens Beckmann, im Gespräch mit der Financial Times Deutschland an. "Die Zeit für eine solche Technologie ist noch nicht reif. Unsere Pläne für die Geschäftsentwicklung waren unter den gegebenen Bedingungen nicht einzuhalten", begründet der Post-Manager. "Wir hätten uns von der öffentlichen Hand mehr Großaufträge gewünscht, um dem Standard bundesweit zum Durchbruch zu verhelfen." Von dem Schritt sind 60 Mitarbeiter betroffen, denen aber andere Arbeitsplätze im Post-Konzern angeboten werden sollen. Den rund 3000 vorwiegend kleineren Signtrust-Kunden werde die IT-Dienstleistung noch bis Ende des Jahres angeboten.
Die Entscheidung stellt das kommerzielle Erfolgspotenzial der digitalen Signatur in Deutschland in Frage. Neben der Post sind auch die Telekom, einige Großbanken und die Bundesdruckerei in dem Geschäft aktiv. Viel zu wenig Kunden aber wollen sich bislang eine elektronische Unterschrift auch etwas kosten lassen - im Fall der Post 25 Euro jährlich für eine Chipkarte und einmalig 60 Euro für ein Lesegerät sowie die Software. Virtuelle Unterschriften werden viel zu selten akzeptiert, was den Nutzen der Technologie deutlich schmälert. Zwar existieren viele kleinere Pilotversuche, nennenswerte Großprojekte sind jedoch die Ausnahme.

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