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Merken   Drucken   17.11.2008, 10:13 Schriftgröße: AAA

Preisverfall bei Speicherchips: Qimonda buhlt um Hilfe aus Sachsen  

Der hochdefizitäre Speicherchiphersteller Qimonda verhandelt mit dem sächsischen Wirtschaftsministerium über millionenschwere Hilfen. Nach FTD-Informationen geht es dabei um 300 Mio. Euro. von Angela Maier (München), Steffen Klusmann (Hamburg) und Reinhard Hönighaus (Brüssel)
Qimonda könnte das Geld in Form von Krediten, Bürgschaften oder einer Beteiligung von den Sachsen erhalten. Sprecher von Ministerium und Qimonda wollten sich zu dem Betrag nicht äußern, bestätigten aber, dass Verhandlungen liefen. "Wir stehen mit unserem gesamten Instrumentarium bereit", bekräftigte der Ministeriumssprecher Aussagen von Wirtschaftsminister Thomas Jurk. "Wir sind in ständigem Kontakt mit Qimonda."
Qimonda  hat 3000 Mitarbeiter in Dresden. Der Verfall der Preise für Speicherchips hat die Krise der Infineon -Tochter in den vergangenen Wochen derart verschärft, dass Insolvenzängste umgehen. Nach Ansicht des Beauftragten der IG Metall, Wigand Cramer, benötigt Qimonda eine Geldspritze in dreistelliger Millionenhöhe - die Infineon aber nicht geben will.
Von Banken erhält Qimonda seit Monaten keinen Kredit mehr. So forderte Cramer Sachsen vergangene Woche zum Eingreifen auf. Hilfen durch den Freistaat rufen allerdings die EU-Wettbewerbshüter auf den Plan: "Bisher ist noch nichts angemeldet. Jede Hilfe dieser Höhe müsste vorab von der Kommission genehmigt werden", sagte ein Sprecher von Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes. Weniger problematisch als Kredite oder Bürgschaften wäre eine direkte Beteiligung: Sachsen hielt von 2000 bis 2004 schon einmal Anteile am Dresdner Infineon-Werk.
"Trümmerwüste mit vielen Problemen und wenig Lösungen"

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