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Merken   Drucken   26.09.2012, 09:03 Schriftgröße: AAA

Research in Motion: Blackberry entdeckt die App-Welt

Das neue Betriebssystem Blackberry 10 soll die Wende für den angeschlagenen Hersteller Research in Motion bringen. Um den Anschluss an die Konkurrenz nicht zu verlieren, bietet das neue System auch Apps von Facebook und Co. Ob der Blackberry-Hersteller damit eine Trendwende einleiten kann, bleibt aber ungewiss.

Das neue Smartphone-Betriebssystem Blackberry 10 findet Anschluss an wichtige Soziale Netzwerke. Zum Marktstart Anfang kommenden Jahres stünden passende Zusatzprogramme - sogenannte Apps - für Facebook , Twitter, LinkedIn und Foursquare bereit, teilte ein Manager des Blackberry-Herstellers Research in Motion  (RIM) am Dienstag im kalifornischen San Jose mit. Dorthin hatte RIM die Entwickler derartiger Apps geladen, um über die Fortschritte bei Blackberry 10 zu berichten.

Dienstagabend in San Jose: Research In Motion-Chef Thorsten Heins ...   Dienstagabend in San Jose: Research In Motion-Chef Thorsten Heins über das neue Blackberry Betriebssystem 10

Es galt keineswegs als sicher, dass die Internetfirmen den Blackberrys die Treue halten. Der Siegeszug von Apples  iPhone und Telefonen mit dem Android-Betriebssystem hat dem Smartphone-Pionier schwer zugesetzt. Nach Daten des Branchenbeobachters IDC hatten Blackberrys im zweiten Quartal nur noch einen Anteil von 4,8 Prozent an den gesamten Auslieferungen. Das war weniger als die Hälfte des Vorjahreswerts. RIM schrieb zuletzt hohe Verluste. 5000 Mitarbeiter sollen im Zuge eines Sparprogramms gehen.

Das grundlegend erneuerte Betriebssystem Blackberry 10 soll die Wende bringen. Nach mehreren Verzögerungen sind erste Geräte für das Auftaktquartal 2013 angekündigt. Der aus Deutschland stammende RIM-Chef Thorsten Heins hofft, dass bestehende Blackberry-Besitzer umsteigen. Nach seinen Worten gab es zuletzt weltweit 80 Millionen Nutzer. Das sind 2 Millionen mehr als im Vorquartal.

Vor allem in den Schwellenländern haben Blackberrys als Einsteigergerät noch viele Fans, auch weil die RIM-Geräte nicht so hohe Bandbreiten benötigen wie andere Smartphones. Zudem setzen Firmen weiterhin auf den als besonders sicher geltenden E-Mail-Dienst. Doch in beiden Märkten droht dem Smartphone-Pionier Ungemach: Zum einen steigt die Zahl der günstigen Android-Handys. Zum anderen versucht Microsoft mit seinem mobilen Betriebssystem Windows Phone 8 die Firmenkunden auf seine Seite zu ziehen. Außerdem macht sich das iPhone von Apple immer häufiger in Unternehmen breit.

Bis zum Erscheinen von Blackberry 10 muss RIM aber noch durchhalten. Unter anderem geht den Kanadiern das wichtige Weihnachtsgeschäft durch die verspätete Veröffentlichung durch die Lappen. RIM schrieb zuletzt hohe Verluste. 5000 der 16 500 Stellen fallen im Zuge eines Sparprogramms weg. Wie es aktuell um das Unternehmen steht, gibt RIM an diesem Donnerstag bei der Vorlage seiner Zwischenbilanz bekannt.

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  • dpa, 26.09.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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