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07.09.2007, 12:36
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Schöne neue Technikwelt:
Mein Leben mit dem iPod-Akku
iPod-Akkus altern schnell. So viel ist bekannt. Was unser Autor nicht wusste: In Eigenregie einen neuen einzubauen macht alles noch viel schlimmer.
von Martin Virtel
Er gab mir die Musik meines Lebens, fast zwei Jahre lang. Dann war er ausgebrannt und leer, jedenfalls sein Akku. 20 Minuten Musik am Stück, das war alles, was die alten Zellen noch hergaben. Er sollte wieder auf die Beine kommen: Ich war bereit, alles zu geben.
Nein, eigentlich war ich kleinlich. Ich hätte ihn einschicken können. Er wäre heim zu seinem Schöpfer gekehrt und mit neuer Kraft zu mir zurückgekommen. Das hätte mich 70 Euro gekostet. Der Akku, den ich im Internet gefunden habe, kostete nicht einmal 10 Euro. Ja, das war knauserig. Darf man knausern, wenn es sich um einen iPod handelt? Ich denke jetzt anders darüber als zuvor.
Werden iPods überhaupt hergestellt? Oder werden sie geschaffen, geboren nach einer gewissen Tragezeit aus dem Bauch von glatten, weiß schimmernden Fertigungsstraßen? Oder ist es vielleicht so, dass iPods unter ganz bestimmten Bedingungen des Erdinneren in heißen, dunklen, versteckten Ritzen aus dem Staub der Steine kristallisieren wie Diamanten? Oder kondensieren sie in einer Parallelwelt weit draußen im Weltall aus dem Schweiß der Sterne?
Ja. Natürlich. Ich kann lesen. "Designed by Apple in California. Assembled in China" steht klein drauf. Seit Jahren sinniere ich, was diese mysteriöse Formel aussagen könnte. Die offensichtliche Deutung - in China hergestellt - scheint mir zu simpel. Da muss noch etwas sein. Innen. In diesem Satz "Assembled in China".
| Pod-Qual |
| Schauen Welcher iPod ist es? Eine Nummer, mit der sich der iPod identifizieren lässt, steht hinten im Kleingedruckten auf dem Gehäuse. |
| Kaufen Bei Produktsuchmaschinen wie www.kelkoo.de findet man mit dem Suchbegriff "ipod akku" schnell einen Lieferanten. Achten Sie darauf, dass eine Anleitung mitgeliefert wird. |
| Wagen Die Garantie ist hin, wenn man das Ding selbst aufmacht - aber das wissen Sie ja. Viel Glück! |
Was habe ich geknobelt. Nächtelang. Dabei ist es ganz einfach zu entschlüsseln, wenn man ein wenig darüber nachdenkt. Dieser Satz ist ein Anagramm, sobald man die Buchstaben umstellt, wird die eigentliche Bedeutung klar. In Wahrheit ist der Hinweis auf Deutsch verfasst. Richtig geordnet ergeben die Buchstaben den Satz: "Mach - bis ans Leiden."
Und ich war bereit zu machen. Bis ans Leiden. Das kann nur verstehen, wer seinen iPod liebt. Wer ihn so sehr liebt, dass er ihn zu öffnen bereit ist. Ich gebe zu, auch der Geiz hat mich getrieben, und wenn ich gewusst hätte, wie hoch der emotionale Preis für den Batterieersatz ist, dann hätte ich mich anders entschieden. Aber ich wusste es nicht. Ich wusste viele Dinge nicht, die ich mir sehr hart erarbeiten musste.
Teil 2: Wahrheiten, die man vergessen möchte
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FTD.de, 07.09.2007
© 2007 Financial Times Deutschland,
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