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Merken   Drucken   19.10.2007, 14:00 Schriftgröße: AAA

Schöne neue Technikwelt: Mein Leben mit dem kostenlosen Hosentaschen-PC

Im Job erlaubt mir die technische Abteilung nicht, Programme auf dem Firmenrechner zu installieren. Für viele Anwendungen ist das auch nicht nötig, denn sie starten auch vom USB-Stick. Doch wie funktioniert der Rechner am Schlüsselbund im Alltagsbetrieb? von Gerd Blank (Hamburg)
Vor kurzem erzählte mir ein Kollege von einem Film, den er sich auf seinem Privatrechner angeschaut hatte und nannte mir auch die Website, auf der ich fündig wurde. Leider konnte ihn an meinem Arbeitsplatz nicht abspielen. Der Film war im Web-freundlichen Divx-Format konvertiert. Das spart Platz, nur muss dafür eine spezielle Software installiert werden. Doch dazu brauche ich die Administratoren der IT und die sind nicht begeistert über Softwarewünsche, die eventuell die Performance der Firmenrechner beeinträchtigen könnten.
Aber es geht ja ohne Installation von Fremdsoftware. Mit den so genannten Portable Apps kann Windows-Software direkt von einem USB-Stick gestartet werden. Das Software-Paket umfasst Programme für jeden dienstlichen Zweck: Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, E-Mail, Kalender, Virenscanner und Internet-Browser - all das gibt es kostenlos für den praktischen Speicherstick. Mit Sudoku haben die Anbieter sogar an ein kleines Spiel gedacht.
Auf der Site http://portableapps.com steht die Sammlung als Download von rund 90 Megabyte zur Verfügung. Nach dem Herunterladen installiere ich die Software einfach auf einem handelsüblichen USB-Stick. Empfehlenswert ist dabei eine Kapazität von mindestens einem Gigabyte. Zwar nimmt meine neue Software-Sammlung mit 260 Megabyte relativ wenig Platz ein, aber meine privaten Daten und Einstellungen brauchen auch noch genug Speicherplatz.
Nach der Installation erschein jedes Mal, wenn ich den Stick in den USB-Anschluss eines Windowsrechners stecke, ein Symbol von Portable Apps auf meinem Bildschirm. Starte ich die Anwendungen, poppt ein Menü auf, mit dem ich die gewünschte Funktion einfach aufrufen kann.
Zusätzliche Software für jeden Zweck
Zwar ist das Standardpaket schon sehr umfangreich, aber für den Film brauche ich noch weitere Anwendungen. Immer mehr Programmiere bieten eine Version ihrer Software auch für die Portable Apps an. So kann ich mit VLC eine Anwendung für Videos auf den Stick speichern. Zudem gibt es sogar ein einfaches Musikschnittprogramm, Spiele, eine Software zur Bildbearbeitung und Entwickler-Tools. Auch die Installation dieser zusätzlichen Programme gestaltet sich kinderleicht. Nachdem ich die gewünschte Software auf den Rechner geladen habe, starte ich sie mit einem Doppelklick und suche anschließend das Verzeichnis der Portable Apps auf dem Speicherstick.
Startscreen von der Videosoftware VLC aus der kostenlosen ...   Startscreen von der Videosoftware VLC aus der kostenlosen Software-Sammlung von Portable Apps
Allerdings brauchte ich ein wenig Geduld, bis alle zusätzlichen Programme auf dem Speicherstick installiert wurden. Allein ein Programm zum Komprimieren und Entpacken von Dateien, gerade einmal fünf Megabyte groß, benötigt für die Installation eine gute viertel Stunde. Doch das Warten lohnt sich. Denn mit der Programmsammlung für die Hosentasche habe ich quasi meinen eigenen PC immer dabei. Bin ich bei Freunden oder im Job kann ich Programme nutzen, die möglicherweise nicht auf dem Rechner sind. Zudem verändere ich nicht die Einstellungen des Gastgeber-Systems, wofür die IT sicher sehr dankbar ist.
Den Film konnte ich übrigens mit der portablen Version von VLC ohne Probleme und in sehr guter Qualität anschauen. Künftig nehme ich die Portable Apps immer mit - egal wohin ich fahre. Wo sonst gibt es noch so viel Qualität für so wenig - nämlich gar kein - Geld.
  • FTD.de, 19.10.2007
    © 2007 Financial Times Deutschland,
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