Schöne neue Technikwelt: Mein Leben mit der Stromleitung als Computernetz
Wir besitzen drei Computer, wir haben ein Problem: 100 Meter Netzwerkkabel vom Dachboden bis in den Keller möglichst unsichtbar zu verlegen. Netzwerkzubehör-Spezialist Devolo bietet seinen DLan-Adapter als Problemlöser an: Er schickt die Daten durch das Stromnetz. von Henry Lübberstedt, Hamburg
Microlink DLAN macht das Verlegen von Netzwerkkabel überflüssig
Die Microlink DLan-Adapter sind etwa so groß wie ein Handy-Ladegerät, dunkelblau und passen in jede Steckdose. An ihrer Unterseite wird ein Netzwerkkabel eingesteckt, das andere Ende des Kabels mit dem zu vernetzenden Computer verbunden. Das wird mit jedem PC wiederholt, der ins Heimnetz angebunden werden soll – fertig ist das Netzwerk. Statt wie sonst üblich durch Netzwerkkabel schicken die Adapter die Daten durch das heimische Stromnetz. Die Datenreise endet am Stromzähler oder nach 200 Metern.
So machte mir Netzwerken wirklich Spaß. Mit dem "Datenstrom" entfällt das Teppichkanten hochklappen und Fußleisten lösen, um Netzwerkkabel drunter zu quetschen. Kein Bohren, kein Schlitzen und anschließendes Gipsen. Und für mich ganz wichtig: Kein "Funk-Smog" durch drahtlose Netztechnik. Handy, schnurloses Telefon und Wireless-Lan alles eine tolle Sache. Doch mir behagt die Vorstellung nicht, meine eigenen vier Wände mit Funkwellen zu überfluten. Daher: Daten im Strom find'ich gut.
Heimvernetzung über die Steckdose
Zuverlässig aber langsam
Im Test haben die drei Adapter klaglos ihren Dienst verrichtet, doch die Geschwindigkeit des Datenaustausches blieb deutlich hinter der eines herkömmlichen Kabel-Netzes zurück. Für Computerspiele im Mehrspieler-Modus reichte es jedoch alle mal, auch unsere 4-Megabit-DSL-Leitung für das Internet wurde nicht ausgebremst.
Das Versenden größerer Datenmengen wie die Urlaubsbilder-Sammlung oder digitalisierte Musik forderte ein rares Gut von mir: Geduld. Die Übertragung eines frisch geschnittenen Videoclips aus dem Hobbykeller unters Dach, habe ich nach minutenlangem Starren auf die Fortschrittsleiste abgebrochen. Video-CD brennen und nach oben zum DVD-Player tragen, ging schneller. Der Hersteller verspricht 14 Megabit pro Sekunde als Höchstgeschwindigkeit, das sind gut 1,7 Megabyte Daten pro Sekunde. Ich habe jedenfalls nicht mehr als fünf Megabit pro Sekunde durch die Stromleitungen bekommen.
Gib mir das Teppichmesser wieder
Beim Blick auf den Preis dürfte indes mancher gleich zu Teppichmesser, Schraubenzieher und doppelseitigem Klebeband greifen. Devolo möchte für das Starterkit mit zwei Adaptern 170 und für jeden weiteren 100 Euro. Damit kostet die Vernetzung von drei PC und die Anbindung des DSL-Modems 370 Euro. Verglichen mit einer herkömmlichen Ethernet-Lösung ist das ein stolzer Preis. Drei einfache Netzwerkkarten, ein Billig-Switch und 100 Meter Kabel sind bereits für rund 100 Euro zu haben. Wenn da nur nicht meine Faulheit wäre.
Nächsten Freitag: Mein Leben mit dem Digital-Radio PocketDAB 1000
Technische Daten:
Standards: Ethernet-Spezifikation IEEE 802.3
kompatibel zum HomePlug-Standard
Protokolle: CSMA/CD
Übertragungsgeschwindigkeit: 14 Mbit/s
Reichweite: bis zu 200m
Sicherheit: 56bit DES
Anschlüsse: Ethernet-Link/ACT dLAN-Anschluss EURO-Netzstecker
Rechnerinterface: Connector Typ: RJ 45
Leistungsaufnahme: 3 W (max.)
Spannungsversorgung: Integrierte 230V AC-Versorgung über Steckdose
Systemvoraussetzungen: Ethernet-Schnittstelle
Betriebssysteme Windows ab Version 98 und alle TCP/IP-Betriebssysteme
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