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Merken   Drucken   08.02.2008, 14:00 Schriftgröße: AAA

Schöne neue Technikwelt: Mein Leben mit einem Saugroboter

Ein Staubsauger ist ein Staubsauger ist ein Staubsauger. Falsch! Nicht alle Sauger sind gleich. Der Roomba 560 von iRobot ist der König unter den Saubermachern. Er hat mich zu einem begeisterten Staubkiller werden lassen. von Andreas Albert (Hamburg)
Das Gerät nimmt zwar seine Aufgabe, die Wohnung zu saugen, wie jeder herkömmliche Sauger wahr - bleibt bei der Reinigungskraft sogar hinter manch anderem Modell zurück. Aber der Roomba 560 bietet den einen entscheidenden Vorteil: Das Gerät saugt selbstständig. Daher konnte ich meiner Frau leichten Herzens vorschlagen, künftig für die lästige Staubentfernung verantwortlich zu sein.
Kein gebeugter Rücken mehr und keine vertane Zeit. Der US-Elektrogerätehersteller iRobot zeigt mit seinem Modell, wie Staubsaugen in der Zukunft aussieht - und nicht als Prototyp. Der Roomba 560 ist bereits im Handel erhältlich: In Deutschland können er und seine kleinen Brüder beim iRobot-Partner Eurobots unter cleanbot.de bestellt werden.
"Keep it simple"
Der Hersteller hat bei dem Roboter die wichtigste Regel bei Elektrogeräten beherzigt: "Keep it simple, stupid." Die Bedienungsanleitung beschränkt sich auf ein wenige Seiten dünnes Heft, in dem mit Abbildungen sämtliche Funktionsmerkmale auf einfache Art beschrieben werden.
Zum Saugen muss einfach die Ladestation an die Wand gestellt und ans Stromnetz angeschlossen werden. Dann wird der Roomba in die Station gestellt. Zunächst wird mit Hilfe des Displays die Sprache festgelegt. Dem Nutzer stehen dabei neben Deutsch auch Englisch und Französisch zur Verfügung. In einem nächsten Schritt wird das Programm ausgewählt, wobei 'Normal' bei der ersten Benutzung die beste Wahl ist.
Nach dem Druck auf die "Clean"-Taste kommen Star-Wars-Fans auf ihre Kosten: Der Roomba piepst ähnlich wie der kleine Roboter R2D2 aus der Science-Fiction-Saga. Der Lärm beim Saugen entspricht allerdings dem herkömmlicher elektrischer Staubsauger. Der Roomba saugt selbstständig den Raum - auch unter oder um Möbel herum und an Wänden entlang. Ist er fertig oder gehen die Akkus leer, fiept der Saugroboter und kehrt automatisch in seine Station zurück. Dort dockt er zum Stromtanken an.
Virtuelle Leuchttürme
Der Roomba 560 kann, im Gegensatz zu seinen Vorgängern, auch mehrere Räume hintereinander selbstständig reinigen. Die Übersicht behält er dank der zwei mitgelieferten virtuellen Leuchttürme, die die verschiedenen Räume voneinander abtrennen. Nach der Reinigung unserer 80 Quadratmeter-Wohnung in knapp zwei Stunden kehrt er automatisch zur Ladestation zurück, so dass er für den nächsten Einsatz sofort bereit ist.
Wie jede technische Innovation hat der Roomba leider auch noch ein paar Nachteile. Das runde Sauggerät offenbart seine Schwächen in Ecken und unter Schränken, unter die er wegen seiner Höhe nicht drunter passt. Ein Zweitstaubsauger ist daher unumgänglich.
Außerdem nimmt der Roomba so ziemlich alles mit, was ihm in den Weg kommt. Achtlos stehengelassene Flaschen oder Kabel unter Bett und Sofa werden von dem Roomba gnadenlos umgeworfen beziehungsweise mitgeschleift. Deshalb bleibt auch die Tür zum Kinderzimmer zu. Für einen Raum mit einem Teppich aus Spielzeug ist nach wie vor Handarbeit angesagt.
Konkurrenz aus dem eigenen Stall
Sehr praktisch ist, dass ich die Uhrzeit programmieren kann. Allerdings mag ich den Roomba nicht mehr unbeobachtet durch die Wohnung flitzen lassen. Zu oft schon habe ich beim Heimkommen sein klägliches Fiepen gehört, wenn er wieder an Kabeln oder den Vorhängen hängengeblieben ist und sich nicht aus eigener Kraft befreien konnte.
Allerdings überwiegen die Vorteile bei weitem. Fliesen und Parkettfußböden stauben auch bei regelmäßiger Reinigung schnell ein. Wird der Sauger alle zwei Tage durch die Wohnung gejagt, reicht eine herkömmliche Reinigung einmal die Woche, um einen Zwei-Personen-Haushalt mit Kind staubfrei zu halten.
Der Roomba ist somit das ideale Gerät für Berufstätige, die sich keine Oberflächentechniker leisten können oder wollen. Im Sommer droht dem Roomba 560 allerdings Konkurrenz aus dem eigenen Haus: Der Scooba 385 ist ein Nass-Trocken-Reiniger der gleichen Firma, der nicht nur saugt, sondern auch wischt und schrubbt. Meine Frau wird sich freuen.
  • FTD.de, 08.02.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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