Der Telefonhersteller Gigaset schreibt weiter rote Zahlen und rechnet jetzt auch im Gesamtjahr mit einem Verlust. Die geringe Nachfrage nach Festnetztelefonen ließ den Umsatz im dritten Quartal sinken. Zugleich belasteten die Kosten des Restrukturierungsprogramms und Stellenabbaus das Ergebnis. Im abgelaufenen Quartal schrumpften die Einnahmen der einstigen Siemens -Tochter im Jahresvergleich um 15 Prozent auf 90,4 Mio. Euro, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Auch die Aktie sinkt um 1,7 Prozent. Allerdings schlug sich die Konkurrenz nach Gigaset-Angaben noch schlechter: Die Münchner hätten in Europa drei Prozent an Marktanteil gewonnen.
Durch die Kosten für die laufende Sanierung und den anstehenden Stellenabbau fiel bei Gigaset ein Verlust von 15 Mio. Euro an. Ohne eine Mildtat der einstigen Mutter wäre das Ergebnis allerdings noch deutlich schlechter ausgefallen: Siemens erließ Gigaset, auf die der frühere Besitzer Arques verschmolzen wurde, die letzte Kaufrate von knapp 10 Mio. Euro.
Für das laufende Jahr rechnet Gigaset, das im Zuge seiner Sanierung rund 280 Arbeitsplätze streicht, mit einem Umsatzrückgang im einstelligen Prozentbereich und einem leichten operativen Verlust.
Bis 2015 will Vorstandschef Charles Fränkl den Jahresumsatz dank neuer Geschäftsfelder und Produkte auf 500 bis 560 Mio. Euro bringen und eine Betriebsrendite zwischen zehn und 13 Prozent erwirtschaften.