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Der größte Anbieter sogenannter Smartphones, die mit Microsofts Windows-Mobile-Betriebssystem ausgeliefert werden, hatte am Freitag seine Jahresprognose nach unten korrigiert: Statt eines bislang von Konzernchef Peter Chou erwarteten Umsatzanstiegs von zehn Prozent gegenüber 2008 rechnet er nun mit einem Rückgang um bis zu fünf Prozent.
Erstmals in seiner Geschichte muss HTC damit einen Dämpfer kassieren. Bisher war es für den Konzern nur aufwärtsgegangen. Die HTC -Aktie verlor am Montag an der Börse in Taipeh sieben Prozent.
Chou machte für den pessimistischen Ausblick unter anderem technische Schwierigkeiten sowie mangelnde Kundenakzeptanz bei neuen Smartphone-Modellen mit dem Google -Betriebssystem Android verantwortlich. Dies würde zu einer Verzögerung der Markteinführung mehrerer Modelle führen.
Größere Probleme bereitet Chou aber die schleppende Nachfrage nach Smartphones in der Volksrepublik China sowie ein Einbruch im Bereich Auftragsfertigung. Der Konzern stellt Handys für Netzbetreiber wie Vodafone oder T-Mobile her, die diese Windows-Geräte dann unter eigenem Namen vermarkten. Damit trifft die HTC-Schwäche besonders Microsoft : "HTC war 2008 für 45 Prozent der Verkäufe von Microsofts Handybetriebssystem verantwortlich", sagte Neil Mawston vom Marktforscher Strategy Analytics in London.
Anders als der Handyabsatz insgesamt wächst der Markt für die teureren Smartphones weiterhin. Doch HTC kann davon nicht profitieren. Analysten machen dafür vor allem das angestaubte Microsoft-Betriebssystem verantwortlich. "Windows Mobile 6.5 ist eher ein Notpflaster", so Mawston. Die Bedienung über berührungsempfindliche Displays sei im Vergleich zu Konkurrenzprodukten wie dem iPhone zu umständlich. Hersteller und Netzbetreiber warteten deshalb die Fertigstellung der Windows-Mobile-Version 7.0 ab - für die es aber noch keinen Erscheinungstermin gibt. Ähnlich äußerte sich Lu Chialin, Analyst bei der Investmentbank Macquarie. Windows habe "einen größeren Schlag abbekommen", da Microsoft anders als Apple sein Betriebssystem zuletzt nicht aktualisiert habe, sagte Lu der Agentur Bloomberg.
Bei Microsoft sieht man den eigenen Marktanteil bei Smartphone-Betriebssystemen, der zuletzt zwischen 12 und 14 Prozent gelegen hat, nicht in Gefahr. HTC sei zwar einer der großen Hersteller, erklärte eine Sprecherin in München. Jedoch arbeite man mit 56 Gerätebauern zusammen. Zudem würden im zweiten Halbjahr mehr als 30 neue Windows-Handys vorgestellt.