Viagra aus Asien, eine Rolex zum Spottpreis oder Onlinepoker-Guthaben: Tag für Tag landet solch unerwünschter Spam in den E-Mailpostfächern. Doch auch in Social Media-Netzwerken finden sich mittlerweile vermehrt solche aufdringlichen Werbebotschaften.
So gibt es bei
Facebook eine besondere Art von Spam, die sich selbst reproduzieren kann: In den Statusmeldungen tauchen dubiose Links zu vermeintlich spektakulären Videos auf, häufig mit dem Zusatz "OMG" (Internetslang für "Oh mein Gott"). Wenn man den Link anklickt, wird ein Programm gestartet, das auf das eigene
Facebook-Profil zugreifen und beispielsweise neue Statusmeldungen verfassen kann.
Gerade Diskussionsforen, Blogs oder Gästebücher haben mit Spambeiträgen zu kämpfen - oft werden die Texte nicht von Menschen, sondern von Programmen verschickt, sogenannten Spambots (Spam: unerwünschte Nachricht, Bot: Roboter). Um dem Spam Einhalt zu gebieten, haben viele Foren eine Zeitsperre: Beispielsweise kann ein User nur alle 40 Sekunden einen Beitrag verfassen.
Auch eine Abfrage soll gewährleisten, dass vor dem Monitor tatsächlich ein Mensch sitzt. Bevor ein Text abgeschickt oder eine Aktion ausgeführt wird, muss eine Zahlen-, Buchstaben- und Wortkombination eingegeben werden, die in einer Bilddatei versteckt ist. Vereinzelt muss der User sogar Rechenaufgaben lösen. Diese "Captchas" können von Bots schwer ausgelesen werden, doch tun sich bisweilen auch menschliche Nutzer schwer damit. Findige Unternehmer haben einen Weg gefunden, dennoch ihre Botschaften zu verteilen: In China und Indien beschäftigen manche von ihnen Mitarbeiter, die den ganzen Tag über nichts anderes tun, als Captchas zu lösen und Meldungen zu versenden.