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Sony
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"Wir werden mehr Geld für das Marketing in Deutschland ausgeben als jemals zuvor", sagte Europachef Chris Deering im FTD-Interview. Deutschland gehört neben Großbritannien und Frankreich zu den wichtigsten Märkten für Sony in Europa und trägt neun Prozent zum Verkaufsumsatz des Konzerns bei. "Künftig soll der Anteil der Marketingausgaben in etwa dem Umsatzanteil entsprechen", sagte Deering. Wie viel
Sony zurzeit für Werbung hier zu Lande ausgibt, sagte Deering nicht. Insgesamt investiere der Konzern durchschnittlich bis zu fünf Prozent seines Umsatzes ins Marketing.
Der Anstieg des Werbebudgets in Deutschland ist Teil einer Kampagne von Sony in Europa. Mit dem neuen Slogan "Like no other" möchte der Konzern das Geschäft beschleunigen. "In den kommenden drei Jahren werden wir in Europa mehr als 1 Mrd. Euro einsetzen, um unsere Produkte zu vermarkten", sagte David Patton, Sonys Marketingchef in Europa. Die Kampagne ist breit angelegt. "Wir erreichen die Konsumenten nicht alleine über Anzeigen oder TV-Spots, sondern auch in Fachgeschäften, im Internet, per Euro-Mail oder in unserer Lounge am Flughafen München", sagte Europachef Deering.
Sony befindet sich in einer schwierigen Marktposition. Vor allem das Geschäft in Deutschland bereitet dem Konzern Sorgen. "Der deutsche Markt bleibt schwierig", sagte Deering. "Aber immerhin hat sich die Leistung von Sony Deutschland verbessert." Im Geschäftsjahr 2003/04 erwirtschaftete Sony hier zu Lande einen Verlust von 50,6 Mio. Euro - mehr als zehnmal so viel wie im Vorjahr. Gründe dafür waren starke Wettbewerber, fallende Preise sowie das schwache Konsumklima. Deutschlandchef Wolfdieter Griess sagte zum Verlauf des Geschäftsjahres 2004/05, das am 31. März endete: "Der operative Verlust des Vorjahres wurde um 60 Prozent reduziert." Im Jahr 2003/04 betrug er noch 28,3 Mio. Euro. Hingegen bescheren die Länder in Ost- und Südosteuropa hohe Zuwächse. "In Russland, Polen und der Türkei steigt der Umsatz mit zweistelligen Raten", sagte Deering.
Edelmarke "Qualia" startet in Europa
Als weltweit einziges Unternehmen bietet Sony sowohl Unterhaltungselektronikgeräte an als auch passende Inhalte wie Filme, Musik oder Videospiele. Dazu kommen Sparten für Notebooks und Navigationssysteme. Zurzeit kämpft der vielseitige Konzern weltweit in einer Reihe seiner Sparten mit stärker spezialisierten Wettbewerbern. "Vielleicht war Sony in der Vergangenheit nicht so schnell wie seine Wettbewerber und hat die Chancen, die sich boten, nicht genutzt", gab Deering zu. Aber das werde sich ändern.
Neben der Marketingkampagne startet Sony auch mit seiner Edelmarke "Qualia" in Europa. Das erste Produkt der Linie ist ein digitaler Projektor für 35.000 Euro, der ab Mai in Deutschland zu kaufen ist. "Bei Qualia kommt es uns mehr auf den Imagegewinn an als auf Umsatz oder Profit", sagte Deering.
Internetshop verzeichnet hohe Wachstumsraten
Doch Sony muss auch an seiner Profitabilität arbeiten. Das japanische Unternehmen befindet sich zurzeit im Umbruch. Vorigen Monat hatte es seine Führungsspitze ausgewechselt und mit dem Briten Howard Stringer erstmals einen Ausländer zum Chef ernannt. Er muss das Restrukturierungsprogramm namens "Transformation 60" (TR 60) aus dem Jahr 2003 vorantreiben. Ursprünglich sieht TR 60 vor, bis zum 1. April 2007 eine operative Marge von zehn Prozent zu erwirtschaften. Doch Europachef Deering räumt ein, dass Sony dieses Ziel verfehlen könnte: "Auf dem Weg dorthin sind wir nicht so weit, wie wir eigentlich gehofft hatten." Für das vergangene Geschäftsjahr rechnet Sony mit einer Marge von lediglich 1,53 Prozent. "TR 60 war zu der Zeit, als es festgelegt wurde, die richtige Maßnahme. Aber damals war der starke Preisverfall, mit dem wir jetzt kämpfen, nicht abzusehen", sagte Deering.
Viel verspricht sich Deering vom Direktvertrieb über den Internetshop "Sony Style". "Dieses Segment gehört zu denen mit den höchsten Wachstumsraten", sagte Deering. "Um mehr als 40 Prozent ist der Umsatz von Sony Style im Vorjahr in Europa gestiegen." Damit wächst Europa beim Online-Direktverkauf schneller als Japan oder die USA. "Ich gehe davon aus, dass wir das Wachstum in Europa auch in den kommenden Jahren erreichen", sagte Deering. In Europa hatte Sony Style zuletzt einen Jahresumsatz von 45 Mio. Euro erwirtschaftet.