Mit "Playstation Home" will Sony versuchen, die Wettbewerber Microsoft und Nintendo beim Online-Angebot zu übertrumpfen. Gemessen am Absatz von Spielekonsolen der nächsten Generation ist Sony derzeit nur die Nummer drei und hinkt bei der Entwicklung von Onlinediensten Microsoft und Nintendo hinterher.
Am Dienstag hatte Microsoft verkündet, dass der Dienst "Xbox Live" vier Monate früher als geplant das Ziel von sechs Millionen Abonnenten erreicht habe. Und Nintendo hat eine ganze Palette von Diensten für die Wii-Konsole eingeführt, darunter einen Shop, Avatare sowie einen Nachrichten- und Wettersender. Mithilfe des neuesten Diensts, dem Online-Wählspiel "Everybody Votes", will das Unternehmens die Nutzer davon überzeugen, via Wii mehr Zeit online zu verbringen.
Bisher hatte sich Sony bei der Playstation 3 (PS3) auf ein einfaches Online-Geschäft konzentriert. Mit "Playstation Home" soll sich das nun ändern. Dem Konzept nach ähnelt " Home" der virtuellen Welt von "Second Life". Doch dank der hohen Prozessorleistung der PS3 ist die Grafik von "Home" verblüffend.
Analysten in Tokio sagten, "Home" sei wohl nicht die dringend benötigte "Killeranwendung", die die PS3 zu einem Muss mache, die Idee sei aber eindeutig ein Schritt in die richtige Richtung. Einige sagten, der Dienst könne auch als Übergangslösung dienen, während die PS3-Besitzer auf große Spiele wie "Metal Gear Solid" und "Final Fantasy" warteten.
Phil Harrison, Chef von Sony Computer Entertainment Worldwide Studios, demonstrierte, wie Anwender ganz leicht 3D-Charaktere schaffen, eine Wohnung ausstatten oder herumlaufen und sich mittels Sprach- und Text-Chats mit Avatarfreunden unterhalten können. Sie könnten eine Spiele-Lounge besuchen und auf einem 3D-Tisch Poolbillard spielen oder zum Kegeln gehen. In einem virtuellen Kino könnten sie mit Freunden Filme anschauen. Harrison sagte, kommenden Monat werde ein groß angelegter Beta-Test von "Home" beginnen, im Herbst soll "Home" dann auf den Markt kommen.
Hiroshi Kamide, Analyst bei KBC Securities, sagte, die Einführung der PS3 wäre möglicherweise erfolgreicher verlaufen, wenn die Dienste bereits im November voll zur Verfügung gestanden hätten. "Das unterstreicht nur, dass sie noch nicht ganz bereit war, aber wir erhalten jetzt eine bessere Vorstellung davon, was dieses Gerät leisten kann. Sony hat offensichtlich einiges auf Lager, von dem wir nichts wissen", sagte er.
Der Dienst soll gratis heruntergeladen werden können. Sony geht davon aus, dass der Verkauf von Premium-Objekten virtueller Möbel und exklusiver Apartments sowie von Musik- und Videoinhalten Geld in die Kassen spülen wird.