iPad, iPhone, iPod: Ohne Jonathan Ive würden Apple-Produkte in der Form nicht existieren. Medien spekulieren nun über eine Rückkehr der Design-Ikone nach England - Blogger vermuten einen Zusammenhang mit dem Abgang auf Raten von Konzernchef Steve Jobs.
von Björn MaatzHamburg
Apple wird am Mittwoch aller Voraussicht nach den Nachfolger seines Tablet-Rechners iPad präsentieren. Im gleichen Zuge erhält Apples Chefdesigner Jonathan Ive nach einem Bericht der "Sunday Times" umgerechnet 18 Mio. Pfund - diese Summe sei vor drei Jahren vertraglich vereinbart worden. Ives Gesamtvermögen belaufe sich dann auf 80 Mio. Pfund. Dem Medienbericht zufolge könnte der 44-jährige Brite bald der kalifornischen Sonne den Rücken kehren und zurück in die Heimat gehen. Quellen nannte die zum Medienkonzern von Rupert Murdoch gehörende Zeitung nicht. Apple wies den Bericht als Spekulation zurück.
Apples Erfolgsgeschichte
Sollte sich Ives Abgang bewahrheiten, wäre das ein herber Verlust für Apple. Er gilt neben dem derzeit operativ verantwortlichen Tim Cook als möglicher Kronprinz für Apple-Chef Steve Jobs, der derzeit krankheitsbedingt seine dritte Auszeit in sieben Jahren nimmt. In Blogs wird vermutet, dass ein möglicher Rückzug von Ive im Zusammenhang mit einem endgültigen Abgang von Jobs zu sehen ist. Beide sind knallharte Perfektionisten und arbeiten seit Jahren eng zusammen. Jobs gilt als Apples Mastermind, Ive als Designchef.
Die Produkte des Konzerns aus Cupertino definieren sich neben der von Konkurrenten bislang nicht erreichten Verknüpfung von Hard- und Software vor allem über das Design. Die Ideen zu den Apple-Produkten entstanden Ive zufolge meistens in der Küche der Kreativen - beim Pizzaessen. Ohne Ive und Jobs wäre Apple quasi seiner Seele beraubt.
Steiler Aufstieg
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Ive besitzt bereits Häuser in San Francisco und auf Hawaii, möchte aber mehr Zeit in seinem Landsitz in Somerset verbringen, spekuliert die "Sunday Times". Dem Bericht zufolge liege Ive deshalb im Clinch mit Apple, weil der Konzern ihn immer in der Nähe wissen will. Apple habe ihm unmissverständlich mitgeteilt, dass er seinen Job mit einem Hauptwohnsitz außerhalb der USA nicht mehr ausüben könne.
Der in London geborene Designchef ist zurückhaltend und kultiviert nach außen hin Understatement. Wenn er mal auftritt, trägt er Kapuzenpulli und Turnschuhe und hütet sich davor, allzu viel preiszugeben. Mit 25 bekam Ive einen Job bei Apple, schon damals ein angesehenes Unternehmen - aber mit Problemen. Mit 29 machte ihn Jobs' Vorgänger Gilbert Amelio zum Designchef.
Als der Verwaltungsrat Apple-Gründer Jobs 1996 ins Unternehmen zurückholte, musste Ive zunächst um seinen Posten fürchten. Jobs interessierte sich für Giorgetto Giugiaro, den Designer des VW Golf I, für Richard Sapper, der IBMs Thinkpad-Laptop kreierte, und für Ettore Sottsass, der frühere Stardesigner, der Entwürfe für Olivetti fertigte. Doch Jobs erkannte, dass er mit Ive bereits eines der größten Designtalente im eigenen Unternehmen hatte.
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