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Merken   Drucken   02.02.2009, 09:26 Schriftgröße: AAA

Steit um Frequenzen: Indien bremst UMTS aus  

Der Markt wächst rasant - doch das Netz bleibt langsam. Eine Versteigerung von UMTS-Kanälen ist in dem Land erneut abgeblasen worden. Die Entscheidung gerät in die Mühlen des Wahlkampfs von Volker Müller (Neu-Delhi)
Dem schnellen Mobilfunk UMTS bleibt in Indien ein rascher Markterfolg verwehrt: Die Regierung hat die für vorigen Freitag geplante Auktion von Mobilfunkfrequenzen für die Netze der dritten Generation erneut verschoben - auf unbestimmte Zeit.
Das Finanzministerium, die Bundesbehörde für Telekommunikation und der Regulierer Trai konnten sich nicht über die Anzahl der zu versteigernden Frequenzblöcke und den Startpreis der Auktion einigen.
Die Auktion war bereits zweimal verschoben worden. Mit der erneut geplatzten Auktion bleiben die beiden staatseigenen Netzbetreiber MTNL und BSNL die einzigen Anbieter von UMTS-Netzen in Indien. Sie hatten bereits 2008 landesweite Lizenzen erhalten. Die privaten Anbieter müssen ihre Lizenzen in einer Auktion erwerben. Allerdings stehen in den 26 Mobilfunkregionen des Landes nicht ausreichend Genehmigungen für alle bisherigen Netzbetreiber zur Verfügung. Einigen Anbietern droht damit das Aus.
Indien ist der weltweit schnellstwachsende Mobilfunkmarkt. 2008 stieg die Zahl mobil telefonierender Inder um 49 Prozent auf 347 Millionen. MTNL hatte Ende 2008 in der Hauptstadt Delhi und der Metropole Mumbai erste UMTS-Netze in Betrieb genommen.
Während die Telekombehörde den Startpreis für die Lizenzen auf umgerechnet 320 Mio. Euro festsetzen will, verlangt das Finanzministerium mindestens den doppelten Preis. Dies unterstützen auch die einflussreiche Planungskommission des Landes sowie die Ministerien für Industriepolitik und Informationstechnik.
Streit herrscht auch über die Zahl der Lizenzen: Der Regulierer will die maximal möglichen Frequenzen versteigern, um den späteren Wettbewerb zu intensivieren. Die Regierung will aber ein Spektrum für künftige, noch unbekannte Dienste freihalten. Zudem versprechen sich die Finanzbeamten höhere Gebote bei knappen Frequenzen. Insgesamt erhofft sich die Regierung einen Auktionserlös von mindestens 6,3 Mrd. Euro.
Eine eigens zusammengestellte Ministergruppe soll nun über den weiteren Weg entscheiden. Politische Beobachter erwarten aber nicht, dass während der verbliebenen Amtszeit der UPA-Koalition noch ein neuer Auktionstermin gefunden wird. Die nächsten Parlamentswahlen in Indien finden voraussichtlich im April und Mai statt.
  • Aus der FTD vom 02.02.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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