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Merken   Drucken   23.02.2009, 09:59 Schriftgröße: AAA

Strategiewende nach Verlusten: Lenovo folgt Netbook-Trend  

Der Computerhersteller Lenovo will künftig mehr Computer an Privatnutzer verkaufen. Dafür wird der chinesische Konzern in den kommenden Wochen neue kleine Computer, sogenannte Netbooks auf den Markt bringen. von Arndt Ohler (Hamburg)
"Wir arbeiten an neuen Produkten in dieser Kategorie", sagte die neue Nummer zwei von Lenovo, Rory Read, der FTD. "Wir wollen diese Wachstumschance nutzen", so der Manager. Read wurde im Zuge eines Führungswechsels bei Lenovo Anfang Februar zum für das Tagesgeschäft verantwortlichen Vorstand (COO) befördert. Als Vorstandschef wurde Bill Amelio durch Yang Yuanqing ersetzt.
Für den chinesischen Computerhersteller bedeutet der Angriff im Privatnutzergeschäft einen Strategiewechsel. Bislang verkaufte Lenovo vor allem professionellen Nutzern eher hochpreisige Computer. "Wir haben eine starke Beziehung zu Unternehmenskunden", bestätigte Read. Bekannt sind vor allem die tragbaren Computer mit dem Thinkpad-Logo. Der Konzern hatte die Marke im Zuge der Akquisition von IBMs PC-Geschäft mitgekauft.
Angesichts des starken Wachstums des Netbook-Marktes hatte Lenovo in den vergangenen Monaten darunter gelitten, keine tragbaren Einsteigercomputer im Programm zu haben. Erst kurz vor dem vergangenen Weihnachtsgeschäft startete Lenovo in Deutschland mit dem Verkauf zweier Netbooks. Apple erwägt nach Angaben von Analysten ebenfalls einen Einstieg in diesen Markt. So habe Apple-Interims-Chef Tim Cook  in einem Gespräch angedeutet, über die Einführung von Kleincomputern nachzudenken, schrieb Analyst Toni Sacconaghi von der Bank Sanford C. Bernstein.
Dem Sprung in den Mobilfunkmarkt erteilte Lenovo-Manager Read jedoch eine Absage. "Das werden separate Segmente bleiben", sagte der Manager in Bezug auf die stetig voranschreitende Verschmelzung zwischen leistungsfähigen Multimedia-Handys sowie den Netbooks. Um diesem Trend zu begegnen, hatten die Konkurrenten Acer und Asus vergangene Woche mehrere Handys vorgestellt.
Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage ist fraglich, ob Lenovo sich den Einstieg in das Konsumentengeschäft im großen Stil leisten kann: Privatnutzer geben im Schnitt weniger Geld für ihre Computer aus als Unternehmen. Zudem müssen die Produkte intensiv beworben werden - die Margen sind gering. Nur Massenfertiger erzielen daher im Konsumentengeschäft Gewinne. Selbst der weltweit führende Computerhersteller Hewlett Packard kämpft mit Problemen in diesem Segment. Lenovo ist hinter HP, Dell und Acer weltweit die Nummer vier.

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IBM 191,7124 USD   -0,73%  -1.4176
Apple 494,01 USD   +0,17%  0.84
Lenovo 0,658 EUR   +2,97%  0.019
  • Aus der FTD vom 23.02.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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