Das Denkvermögen nimmt bei E-Mail-Nutzern stärker ab als das von Cannabis-Rauchern, so die These einer jüngst vom Institut für Psychiatrie des Londoner King’s College veröffentlichten Studie. Die Untersuchung unter 1100 Testpersonen ergab, dass das Auffassungsvermögen nachlässt, wenn die Arbeit durch hereinkommende elektronische Post unterbrochen wird. Ständiges E-Mailen und Instant Messaging senkt nach Ansicht der Wissenschaftler den Intelligenzquotienten (IQ) bis zu zehn Punkte, während bei Kiffern vier Punkte auf der Strecke bleiben.
Die Teilnehmer sollten einige Aufgaben zunächst in einer ruhigen Umgebung lösen, anschließend wurden sie mit Emails und Handy-Nachrichten bombardiert. Obwohl sie instruiert waren, auf keine der Nachrichten zu antworten, nahm ihre Konzentration merklich ab. Wie die Studie zudem ergab, ließen sich Frauen dabei durschschnittlich nur halb so stark ablenken wie Männer.
Laut Studienleiter Glenn Wilson kann der Aufmerksamkeitsverlust durch die übertriebene Antwortbereitschaft bei den neuen Kommunikationsformen so stark sein wie nach einer schlaflosen Nacht. Besonders die Fähigkeit, zwischen wichtigen und unwichtigen Nachrichten zu unterscheiden, gehe durch die Infoflut verloren, zitierte ihn die englische Zeitung "The Guardian".