Ja, die Ruheständler belasten die Telekom - aber der der Bonner Konzern schaufelte diese zusätzlichen Belastungen in die Bilanz des ersten Quartals, weshalb das zweite Vierteljahr in diesem Punkt besser werden dürfte.
Ja, die Telekom zeigt erstmals nach dem Flatrate-Boom im Mobilfunkgeschäft in Deutschland Schwächen. Denn die eigenen Kunden wechseln in billigere Tarife, das Prepaid-Geschäft läuft holprig, und der - inzwischen beendete - Streit mit dem Mobilfunkdienstleister Drillisch zog zuletzt etliche Kunden von den Bonnern ins Netz des Rivalen O2.
Aber mit der Zweitmarke Congstar hat der Konzern ein Instrument, um das Prepaid-Geschäft zu pushen. Außerdem läuft das Festnetz ordentlich bei den Bonnern.
Insgesamt also ein ganz erfreuliches Quartal für Konzernchef René Obermann. Doch das dürfte diesen nur am Rande freuen, denn die größte Baustelle ist noch immer offen: Er muss möglichst rasch eine Lösung für die Tochter T-Mobile USA finden, nachdem der Verkauf an AT&T an den US-Wettbewerbshütern gescheitert war.
Denn T-Mobile USA - das ist seit langem klar - ist zu klein für einen Alleingang. Das Beste wäre ein Verkauf der US-Tochter, der jedoch nicht abzusehen ist.
Aber auch schon eine Hochzeit der amerikanischen Mobilfunktochter mit dem fünftgrößten US-Mobilfunker Metro PCS wäre besser als nichts. Über diese Möglichkeit wird derzeit in den Medien spekuliert. Ausgang ungewiss. Erst wenn T-Mobile USA unter der Haube ist, wird sich Obermann richtig über seine soliden Geschäfte freuen können.
Bis dahin sollte allerdings auch die Schwäche im deutschen Mobilfunkgeschäft behoben sein. Denn ohne die USA wird die Deutsche Telekom viel abhängiger von ihrem Heimatmarkt. Ein anhaltender Umsatzrückgang Im Mobilfunkgeschäft würde Investoren beunruhigen.