Die Deutsche Telekom macht ihre US-amerikanischen Mobilfunktürme zu Geld. Der Bonner Konzern verpachtet oder verkauft insgesamt 7200 der Masten an den Funkturm-Betreiber Crown Castle. Anschließend mietet sie den nötigen Platz für ihre Antennentechnik zurück.
Gegen eine Einmalzahlung von 2,4 Mrd. Dollar erhalte Crown Castle für rund 28 Jahre das alleinige Recht zur Nutzung und Vermietung der Funkturmstandorte, sagte die Telekom am Freitag in Bonn. 6400 Türme würden verpachtet, 800 direkt verkauft. Nach Angaben von T-Mobile USA kann Crown Castle am Ende der Laufzeit auch die gepachteten Türme erwerben.
Mit dem Eingang der Zahlung rechnet die Telekom im vierten Quartal 2012. Durch die Transaktion sinken ihre Netto-Finanzverbindlichkeiten auf Basis des aktuellen Wechselkurses um rund 1,9 Mrd. Euro, wie es weiter hieß.
Nach Angaben der Telekom mietet T-Mobile USA schon heute zumeist einen Platz für ihre Antennen auf Funktürmen an. Die Masten selbst würden von spezialisierten Firmen betrieben und böten auch anderen Mobilfunk-Anbietern Platz. Insgesamt verfüge T-Mobile USA über 51.000 Standorte.
Eigentlich hatte die Telekom ihre Tochter T-Mobile USA verkaufen wollen. Doch der amerikanische Branchenriese AT&T blies nach anhaltenden Bedenken der US-Wettbewerbshüter die 39 Mrd. Dollar schwere Übernahme im Dezember 2011 ab.
Seit dem suchte die Telekom nach Wegen, ihren Finanzhunger zu stillen. Sie steckt alleine 4 Mrd. Dollar in den Ausbau ihres US-Netzes, um nicht den Anschluss an die Konkurrenz zu verlieren. Unter anderem soll der schnelle Übertragungsstandard LTE im kommenden Jahr an den Start gehen.
T-Mobile USA ist der kleinste der vier US-weit vertretenen Mobilfunk-Anbieter und leidet darunter, dass viele Kunden wegen einer vergleichsweise schlechten Netzabdeckung abgewandert sind. Zudem kann die Telekom-Tochter ihrer Kundschaft kein Apple iPhone bieten.