T-Mobile USA:Telekom verkauft US-Geschäft für 39 Mrd. Dollar
Ende eines amerikanischen Traums - und eines großen Problems. Die Telekom schlägt ihre amerikanische Mobilfunktochter an den Konkurrenten AT&T los. Der DAX-Konzern zieht die Konsequenz aus seiner strategisch schwierigen Lage.
von Arndt Ohler
Die Deutsche Telekom verkauft ihre US-Mobilfunktochter T-Mobile USA für 39 Mrd. Dollar an den Konkurrenten AT&T. Der Bonner Konzern entledigt sich damit eines seiner größten Probleme. Gleichzeitig steigt der bislang zweitgrößte Anbieter in den Vereinigten Staaten, AT&T, zum uneingeschränkten Marktführer auf.
AT&T zahlt 25 Mrd. Dollar in bar, erfuhr die FTD aus mit den Vorgängen vertrauten Quellen. Der Rest wird in AT&T-Aktien beglichen. Telekom-Chef René Obermann erhält einen Sitz im AT&T-Aufsichtsgremium. Die Gremien beider Konzerne haben dem Geschäft bereits zugestimmt.
Mit der Veräußerung seiner amerikanischen Mobilfunktochter zieht der DAX-Konzern die Konsequenz aus seiner strategisch schwierigen Lage in den USA. Der Nummer vier auf dem US-Mobilfunkmarkt laufen jedes Quartal Hunderttausende Vertragskunden davon.
Der steigende Umsatz beim Handy-Datenfunk kann dies bislang kaum ausgleichen. So schrumpfte das bereinigte operative Ergebnis im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2009 um 2,5 Prozent auf 4,2 Mrd. Euro. "Die nach wie vor zu hohe Wechslerrate trübt das Bild", sagte Konzernchef Obermann erst Ende Februar bei der Vorlage der Telekom-Jahresbilanz.
Gleichzeitig stehen in den kommenden Jahren Milliardenausgaben bei der Telekom an, um die Netze in den USA auszubauen. Aktuell haben die Deutschen aktuell bei den Übertragungsgeschwindigkeiten einen leichten Vorsprung - und werben damit auch aggressiv um Kundschaft.
Allerdings stecken die beiden Marktführer Verizon und AT&T bereits Milliarden in den Aufbau der Mobilfunktechnik der kommenden Generation LTE. Dass die Deutschen in den kommenden Monaten hätten nachziehen müssen, war daher absehbar.
Die Telekom hatte im Jahr 2000 Voicestream für damals rund 50 Mrd. US-Dollar gekauft. Aus diesem Unternehmen entstand später T-Mobile USA.
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