Auch Modehersteller haben entdeckt, dass Mobiltelefone als Statussymbole taugen. Dabei liegen vor allem Handys mit Touchscreen im Trend. Prada hat inzwischen seinen ersten Wurf nachgebessert - und mit einem weiteren modischen Accessoire aufgewertet. von Andreas Albert (Hamburg)
Das Prada-Handy ist erneut in Kooperation mit dem koreanischen Hersteller LG entstanden. Dort wird es unter der Produktbezeichnung KF 900 geführt. Fehlten beim ersten Prada-Handy noch schnelle Datenübertragung per UMTS und eine zweite Kamera zum Videotelefonieren, können nun auch Fashion-Victims ihrem Gesprächspartner das aktuelle Outfit live präsentieren.
Neben dem schnellen Internetzugang - auch per Wlan - gibt es noch ein paar weitere Verbesserungen zum Vorgänger. Die Kamera auf der Geräterückseite schafft nun eine Auflösung von fünf Megapixeln - das erste Gerät war noch mit zwei Megapixeln unterwegs. Doch trotz der höheren Auflösung taugt das Objektiv nicht für einen schnellen Schnappschuss. Leider ist die Auslöseverzögerung wie bei vielen aktuellen Geräten zu lang. Der interne Speicher beträgt 60 Megabyte, kann aber per Speicherkarte auf 8 Gigabyte erweitert werden.
Aufschiebbare Tastatur
Ein weiterer Unterschied zum Vorgänger ist die Tastatur. Hinter dem Bildschirm verbirgt sich ein ausziehbares Keyboard in Edelstahloptik. Es erleichtert das Tippen von SMS oder die Eingabe von Internetadressen erheblich. Wird die Tastatur aufgeschoben, dreht sich der Bildschirm vom Hoch- ins Querformat.
Besonders schick an dem Telefon ist die Darstellung der in schwarz-weiß gehaltenen Menüs. Die Piktogramme sind schön gestaltet und leicht verständlich - die eingängige Navigation geht schnell und macht dank der guten Reaktion des Touchscreens Spaß. Wer es ein bisschen bunter mag, kann auch zu einer farblichen Menüdarstellung wechseln.
Leider hat der Webbrowser einige Schwächen. Zum einen werden Webseiten nicht optimal dargestellt. Zudem ist die Menüführung in diesem Programm eher hakelig. Manche Punkte erklären sich nicht von selbst und es werden zu viele Schritte benötigt, um zur gewünschten Seite zu kommen. So kann der Nutzer nicht gleich in das Eingabefeld tippen, sondern muss zunächst einen entsprechenden Menüpunkt aufrufen und kann dann erst die Adresse eingeben. Das ist zu umständlich!
Die Uhr zum Handy
Das Interessanteste an der Neuauflage ist allerdings ein Accessoire, das der modebewusste Nutzer zusätzlich erwerben kann: die passende Armbanduhr. Die ebenfalls in schwarz gehaltene Prada-Link-Digitaluhr kann mit dem Handy via Bluetooth Kontakt aufnehmen. So werden ankommende Anrufe auf dem Zeitmesser angezeigt, wenn das Handy in der Tasche steckt.
Die Prada-Uhr ist nicht nur schick, sondern auch funktional
Damit kann in Meetings bei lautlos gestelltem Handy ganz diskret entschieden werden, ob der Anruf angenommen werden soll. Wenn der Nutzer nicht rangeht, hat er eine Übersicht der verpassten Anrufe. Eine weitere praktische Sache: Auch SMS können über die Armbanduhr gelesen werden - leider noch nicht getippt, aber das ist dann wohl der nächste Schritt. Ansonsten kann die Uhr zwei Zeitzonen anzeigen und die Zeit stoppen. Schön gemacht: Im Design ist die Prada-Uhr nicht von der modischen Konkurrenz zu unterscheiden und macht auch so im Alltag eine gute Figur.
Und noch einen Vorteil hat die Kombination: Vergisst der Besitzer sein Handy auf dem Tisch, meckert die Armbanduhr mit Vibration und Piepen, wenn die Verbindung abbricht. Ein idealer Schutz auch gegen Taschendiebe - vorausgesetzt, sie haben nicht zuerst die Uhr mitgenommen.
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