Die Auskunft 118000 steht vor der Pleite. Der Niedergang der Firma zeichnete sich zuletzt an sinkenden Umsätzen und steigenden Verlusten ab. In der Nacht zum Montag teilte die 118000 AG mit, dass der Vorstand nicht mehr von einer "positiven Fortbestandsprognose" ausgeht und nun unverzüglich prüft, "ob die 118000 AG insolvenzrechtlich überschuldet ist". Verhandlungen mit potenziellen Investoren seien erfolglos geblieben und der Verkauf einer Tochter komme nicht voran, weil ein hierfür erforderlicher Großauftrag nicht erteilt wurde.
Die Auskunft versucht mit Hilfe von Prominenten, Popularität zu erlangen. Zuletzt war Daniela Katzenberger für die 118000 (Slogan: "Mit drei Nulllen, wie drei Stullen). Die Nummer ist nicht zu verwechseln mit der von Verona Feldbusch promoteten 11880. (Slogan: "11 Fußballspieler, 88 die Oma und 0 Ahnung.")
Eine Insolvenz der 118000 AG wäre der Tiefpunkt einer wechselvollen Firmengeschichte. Vor mehr als zehn Jahren ging die Münchner Firma als Varetis AG an die Börse und wurde 2006 in Go Yellow umbenannt. Vorstandschef Klaus Harisch, einst Gründer des Telekom-Wettbewerbers Telegate, hatte ständig neue Geschäftsideen und holte Prominente, die für die Firma Reklame machten. So verpflichtete er 2005 Paris Hilton. Als US-Hotelerbin und Partysternchen sollte sie für den Branchenauskunftsdienst Go Yellow werben. Doch der Geschäftserfolg blieb aus. 2010 wurde die Firma dann in 118000 AG umbenannt, um einen neu entwickelten Verbindungsdienst zu vertraulichen Handy-Nummern publik zu machen. Harisch verpflichtete diesmal die Kult-Blondine Daniela Katzenberger für die 118000-Werbung - doch auch dieses Geschäftsmodell war wirtschaftlich kein Erfolg. Harisch versuchte mit Notverkäufen, wie etwa den Go Yellow-Firmenbranchendaten, das Unternehmen zu retten.
Mitte September schied der 48-Jährige dann als 118000-Vorstandschef aus. Der 35-jährige Anwalt Alexander Löschhorn wurde vorübergehend als neuer Vorstand bestellt. Der Niedergang der Firma wird an den Geschäftszahlen deutlich: 2010 lag der Umsatz noch bei 13,5 Mio. Euro. Im ersten Halbjahr 2012 waren es nur noch 0,7 Mio. Euro Umsatz - aber 2,4 Mio. Euro Verlust. Zuletzt hatte das Unternehmen nur noch 50 Beschäftigte. Die Planung sah für 2012 knapp zwei Millionen Gesamtumsatz vor. 2013 sollten es dann etwa 6 Mio. Euro sein - doch jetzt droht der Gang zum Insolvenzgericht.