Viele AuflagenTatsächlich bieten die für die Arbeit in den Service-Agenturen vereinbarten Spielregeln keine allzu rosige Perspektive: Zwar behalten die Versetzten zunächst ihr altes Einkommen, erst nach 41 Monaten sinkt das Gehalt der nicht beamteten Mitarbeiter um 9,5 Prozent. Dafür können sie aber als Leih- und Zeitarbeiter in anderen Unternehmen eingesetzt werden und müssen Arbeitswege von täglich bis zu dreieinhalb Stunden hinnehmen. Einen festen Job in einem anderen Konzernteil, der ihrer Qualifikation und Berufserfahrung entspricht, können sie einmal ablehnen, Angebote aus Unternehmen außerhalb der Telekom zweimal. Dann müssen sie zugreifen - sonst sind sie auch ihren Job bei der PSA los.
"Ich glaube fest, dass wir Erfolg haben werden", sagt Klinkhammer. Dazu will der Personalvorstand Tätigkeiten, die von der Telekom in den vergangenen Jahren an Unternehmen von außen vergeben hat, künftig von PSA-Mitarbeitern erledigen lassen. Darüber hinaus setzt er auf die Mischung aus gut qualifizierten Arbeitskräften und die Möglichkeit, überall im Bundesgebiet Angestellte und sogar Beamte anbieten zu können. Vor allem in Ballungsräumen wie Frankfurt/Main, Stuttgart oder München rechnet sich Klinkhammer gute Vermittlungschancen aus.
Die Gewerkschaften, die dem Tarifvertrag einst zugestimmt, mögen diese Zuversicht längst nicht mehr teilen. "Die Idee der PSA ist nur sinnvoll, wenn genügend Arbeitsangebote da sind. Sonst wird das ein Rohrkrepierer", warnt Josef Falbisoner, bayerischer Landesbezirksleiter der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Bereits im November demonstrierten Telekom-Beschäftigte gegen den Personalabbau. Im Frühjahr will Verdi nachlegen, falls die Unternehmensspitze an dem Rationalisierungsprogramm festhält.
Für Klinkhammer könnte es dann kritisch werden. Er weiß:"Wenn sich der Sozialpartner zurücklehnte und sagte: ,So habe ich mir das nicht vorgestellt‘, dann können wir keinen Erfolg haben." Noch aber geht der Telekom-Personalchef davon aus, dass die Gewerkschaften mitziehen: "Denn wir können in jedem Saal die Revolution ausrufen. Aber wenn wir rausgehen und die Tür hinter uns schließen, dann haben wir Marktwirtschaft und Wettbewerb - und da müssen wir bestehen."
*Name von Redaktion geändert