Nach derzeitigen Erkenntnissen sei es 2005 und nach aktuellen Behauptungen auch 2006 zu einer missbräuchlichen Nutzung von Verbindungsdaten gekommen, teilte das Unternehmen am Samstag in Bonn mit und bestätigte einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Spiegel".
Dem Magazin-Bericht zufolge sollte eine Berliner Beratungsfirma "mehrere hunderttausend Festnetz- und Mobilfunk-Verbindungsdatensätze der wichtigsten über die Telekom berichtenden deutschen Journalisten und deren private Kontaktpersonen" auswerten. Dabei sollte die Firma Uhrzeit, Länge und Teilnehmer von Gesprächen feststellen und die Daten abgleichen mit den Rufnummern von Telekom-Managern und -Aufsichtsräten. Ziel der Spähoperationen "Clipper", "Rheingold" und einiger anderer "Nebenprojekte" sei gewesen, Aufschlüsse zu bekommen, welche Konzernmitarbeiter brisante Informationen an die Medien weiterreichen.
Nachdem Telekom-Chef Rene Obermann konkrete Hinweise erhalten habe auf die Abhöraffäre, die noch aus der Zeit vor seinem Amtsantritt im November 2006 datiert, habe er sich entschlossen, die Bonner Staatsanwaltschaft zu informieren. "Wir haben die Staatsanwaltschaft eingeschaltet und werden sie bei ihren Bemühungen um eine lückenlose Aufklärung unterstützen", sagte Telekom-Chef Rene Obermann der Mitteilung der Telekom zufolge.