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Merken   Drucken   22.04.2008, 21:10 Schriftgröße: AAA

Tochter zwingt Infineon zu Notverkauf  

Exklusiv Infineon arbeitet mit Hochdruck an der Trennung von seiner hochdefizitären Speicherchiptochter Qimonda. An dem Thema Verkauf oder Partnerschaft werde konkret gearbeitet, erfuhr die FTD aus Firmen- und Finanzkreisen. von Angela Maier (München)
Verhandelt werde bereits seit drei Wochen mit den Qimonda-Konkurrenten Micron  aus den USA, Elpida  aus Japan und Hynix  aus Korea sowie Finanzinvestoren. Zur Vorbereitung wertet Infineon  die 77,5-Prozent-Beteiligung an Qimonda  um 1 Mrd. Euro ab, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. An der Börse war das Paket am Abend noch gut 861 Mio. $ wert.
Der Plan dokumentiert, wie gefährlich Qimonda inzwischen für das Restgeschäft des Dax-Konzerns geworden ist. Die sich zuspitzende Krise des Speicherchipmarkts hatte die Hoffnungen des Münchner Halbleiterkonzerns zerstört, seine Qimonda-Anteile nach dem Börsengang der Sparte in New York 2006 sukzessive am Markt verkaufen zu können. Im vergangenen Quartal übertraf der Verlust mit 482 Mio. Euro den Umsatz von 412 Mio. Euro erneut. Infineon konnte daher nur kleinere Pakete platzieren und sitzt immer noch auf 77,5 Prozent der Aktien. Deren Wert ist seit dem Börsengang zu 13 $ auf rund 3,40 $ am Dienstag gefallen.
Auch Dax-Konzern mit Verlust
Infineon will seinen Anteil schnellstmöglich auf unter 50 Prozent drücken. Dann müsste der Dax-Konzern die schlechten Qimonda-Zahlen nicht mehr konsolidieren. Die Tochter flankiert die Verkaufspläne mit einem verschärften Sparprogramm: Damit die Kosten jährlich um 180 Mio. Euro sinken, wird unter anderem jeder zehnte der 13.500 Arbeitsplätze weltweit gestrichen. Auch der Umzug der Zentrale von München ins nahe gelegene Neubiberg, wo auch Infineon eine neue Verwaltung gebaut hatte, sei zumindest bis zum Jahresende vertagt, sagte ein Sprecher. Außerdem stoppt Qimonda die Entwicklung von Flashspeicherchips, die etwa in Digitalkameras und Handys eingesetzt werden.
Für die verschiedenen Trennungsoptionen hat Infineon mehrere Investmentbanken mandatiert, darunter Lazard. "Das Ganze könnte noch vor dem Sommer über die Bühne gehen", hieß es. Denkbar sei auch eine Partnerschaft, in der ein Wettbewerber nur einen Teil des Pakets übernimmt. Analysten zeigten sich jedoch skeptisch, ob ein Verkauf zustande kommt. Die Wettbewerber schreiben ebenfalls hohe Verluste.
Die Milliardenabschreibung wird Infineon tief in die Verlustzone reißen. Der Konzern legt am Mittwoch seine Zahlen vor und will sich dann konkreter zu seinen Qimonda-Plänen äußern. An der Börse dominierte am Dienstag die vage Aussicht auf eine zügige Trennung von der Problemtochter. Die Infineon-Titel stiegen um 2,39 Prozent auf 5,14 Euro. Qimonda berichtete am Dienstag von positiven Signalen aus dem Markt. In einzelnen Segmenten stiegen die Preise wieder leicht, sagte Vorstand Thomas Seifert in einer Telefonkonferenz.
17:19:19 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
Hynix Semiconductor 17,6 EUR   +0,57%  0.1
    % 
Infineon 6,138 EUR   -1,79%  -0.112
Micron Technology 5,96 USD   +3,83%  0.22
    % 
  • Aus der FTD vom 23.04.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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17:19:20 Aktuelle Börsewerte
Name aktuell   
Microsoft 23,223 EUR   +0,72% 
Apple 447,135 EUR   -1,06% 
Google 471,554 EUR   -1,48% 
Intel 20,481 EUR   +0,19% 
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