Atsutoshi Nishida
Zwar habe sein Unternehmen sich nicht mit
Sony einigen können. Dadurch droht der Branche ein Formatkrieg. Langfristig sei eine Lösung aber durchaus möglich, sagte Nishida in Tokio. "Dieses Mal lässt es sich nicht ändern, und wir von
Toshiba bedauern das sehr. Aber es werden beide Formate eingeführt."
Toshiba unterstützt mit einer Reihe von Unternehmen das Format High-Definition-DVD (HD-DVD). Konkurrent Sony setzt sich mit anderen Firmen für den so genannten Blu-Ray-Standard ein. "Das könnte dazu führen, dass es zeitweise für Verbraucher zu Unannehmlichkeiten kommt", sagte Nishida.
Hersteller riskieren Ende des Booms
Mit der Parallelstrategie riskieren die Hersteller von DVDs, den dazugehörigen Geräten und Inhalten ein Ende des Booms, der bislang ihre Absätze bestimmte. Die Zahl der DVD-Spieler allein in US-Haushalten stieg 2004 im Vergleich zum Vorjahr um zwölf Millionen auf 72 Millionen Stück, schätzt das Marktforschungsinstitut Gartner. Wenn demnächst Geräte und Inhalte in zwei Formaten auf dem Markt sind, könnten die Konsumenten allerdings verunsichert sein und sich mit dem Kauf zurückhalten, befürchten Experten.
Toshiba-Chef Nishida versucht nun, die Nerven aller Beteiligten wieder zu beruhigen. Die aktuelle Lage müsse nicht zu einem schädlichen Formatkrieg führen, an dessen Ende eine Partei aus dem Markt gedrängt werde, sagte Nishida. "Die nächste DVD-Generation wird nicht in ein oder zwei Jahren aussterben und durch neue Technologie ersetzt werden. Sie wird uns fünf bis zehn Jahre begleiten, es ist also noch etwas mehr Zeit", sagte der Toshiba-Chef.
Nishida bestritt, dass beide Seiten den Versuch, sich auf einen gemeinsamen Standard zu einigen, endgültig zu den Akten gelegt hätten. "Unseren Willen zu einem einheitlichen Format haben wir nicht verloren. Wir haben nicht gesagt, dass wir aufgegeben haben."
Zwei Formate am Markt
Zunächst wird es jedoch zwei Formate geben. Denn noch im Laufe des Jahres will Toshiba seinen neuen HD-DVD-Spieler auf den Markt bringen. Sony ist fest entschlossen, seine für das Frühjahr 2006 angekündigte neue Spielekonsole Playstation 3 mit Blu-Ray auszustatten. Auch Nishida räumte ein, dass Kunden davor zurückschrecken könnten, DVD-Spieler der nächsten Generation zu kaufen, wenn es zwei Formaten gebe.
Der Toshiba-Chef verwies aber darauf, dass es bereits jetzt drei unterschiedliche und nicht miteinander kompatible Formate beschreibbarer DVDs gebe. Toshiba habe kürzlich ein Notebook auf den Markt gebracht, dass alle drei Formate lesen und beschreiben könne. "Wahrscheinlich werden Hardwarehersteller auf ähnliche Weise eine Lösung finden für das Problem der miteinander konkurrierenden Formate", sagte Nishida. Er erwarte, dass HD-DVD "kein so großer Gewinnbringer wie Halbleiter" werde. Sobald das Format populärer werde, dürfte es zu Preisstürzen kommen. HD-DVD sei aber dennoch wichtig, da es die Nachfrage nach Toshibas Hauptprodukten, etwa Notebooks, ankurbele.