Kurz vor der Übernahme durch Google ist Motorola in die roten Zahlen gerutscht. Der Konzern tut sich schwer im Kampf um den Smartphone-Markt - und verliert Kunden.
Der US-Handyhersteller Motorola Mobility ist im vierten Quartal in die roten Zahlen gerutscht. Der harte Wettbewerb in der Mobilfunkbranche setzte dem Unternehmen kurz vor der Übernahme durch den Internetkonzern Google zu. Im Schlussquartal 2011 fiel ein Nettoverlust von 80 Mio. Dollar oder 27 Cents je Aktie an, teilte der Konzern am Donnerstag nach US-Börsenschluss mit.
Damit verfehlte Motorola die Erwartungen von Analysten, die einen Gewinn von 0,06 Dollar je Aktie prognostiziert hatten. Im vergangenen Jahr war im selben Zeitraum noch ein Gewinn von 80 Mio. Dollar oder 27 Cents je Aktie angefallen. Der Umsatz legtevon 3,425 Mrd. Dollar leicht auf 3,436 Mrd. Dollar zu. Anfang des Monats hatte Motorola bereits eine Umsatzwarnung herausgegeben.
Schon vor zwei Wochen hatte das Management die Verkäufe veröffentlicht: Im Quartal wurde Motorola nur noch 10,5 Millionen mobile Geräte los nach 11,3 Millionen im Vorjahreszeitraum. Zuletzt waren 5,3 Millionen Smartphones darunter und 200.000 Tablet-Computer. Zum Vergleich: Apple hatte im gleichen Zeitraum 37 Millionen seiner iPhones abgesetzt und mehr als 15 Millionen iPads.
Trotz der Probleme blättert der Internetkonzern Google 12,5 Mrd. Dollar für Motorola hin, um damit seinen Vorstoß ins Smartphone-Geschäft abzusichern. Das Branchen-Urgestein verfügt über Tausende Patente, die Google in Auseinandersetzungen mit Apple oder Microsoft über sein Smartphone-Betriebssystem Android gut gebrauchen kann. Erst jüngst hat Motorola mit einer neuen US-Klage das iPhone 4S und den Online-Speicherdienst iCloud ins Visier genommen.
Beobachter gehen davon aus, dass Google die Klage zumindest abgesegnet hat, auch wenn Motorola offiziell noch eigenständig ist. Die Übernahme sollte eigentlich zum Jahreswechsel in trockenen Tüchern sein, doch die Wettbewerbshüter prüfen den Deal sehr akribisch, da Google seine Stellung im Smartphone-Geschäft weiter ausbauen würde. Android-Handys sind beliebter als Apples iPhone. Motorola rechnet nun mit einem Abschluss im Frühjahr.
Motorola hatte sich im vergangenen Jahr aufgespalten. Motorola Mobility stellt für Privatkunden Mobilfunkgeräte und Set-Top-Boxen für Fernsehgeräte her. Motorola Solutions ist auf Firmenkunden spezialisiert.
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