Der japanische Chiphersteller Elpida wechselt in amerikanische Hände. Der US-Konkurrent Micron lege mehr als 200 Mrd. Yen (1,9 Mrd. Euro) für die insolvente Firma auf den Tisch, sagte eine mit den Gesprächen vertraute Person am Montag.
Die Amerikaner hätten angeboten, die zwei wichtigsten Werke in Japan weiterzuführen und die Arbeitsplätze zu erhalten. Micron steigt mit dem Zukauf Daten des Marktforschers His iSuppli zufolge zum zweitgrößten Konzern der Branche mit einem Marktanteil von 25 Prozent auf. Damit bricht der US-Konzern zugleich die südkoreanischen Dominanz: SK Hynix rutscht auf Rang 3. Branchenprimus bleibt Samsung .
Elpida hat im Februar Insolvenz angemeldet. Mit einem Schuldenberg von rund 6 Mrd. Euro war es der größte Kollaps eines japanischen Herstellers. Die Pleite markierte einen Tiefpunkt in der Krise der japanischen Technologiebranche, die auch einstige Stars wie Sony und Sharp beutelt.
Elpida ist bislang hinter Samsung und SK Hynix der drittgrößte Hersteller von DRAM-Speicherchips, die vor allem in Computern eingesetzt werden. Das Unternehmen litt wie einst sein deutscher Partner Qimonda unter dem langen und harten Preiskampf auf dem von Überkapazitäten geplagten Markt.
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Einem Medienbericht zufolge hat Micron sein Angebot zudem mit einer Investitionszusage versüßt: Der Konzern wolle in den kommenden fünf Jahren 300 Mrd. Yen in drei Elpida-Werke in Japan und Taiwan stecken, meldete die Nachrichtenagentur JiJi.
An Elpida waren Kreisen zufolge neben Micron auch der US-Finanzinvestor TPG Capital zusammen mit dem chinesischen Partner Hony Capital interessiert sowie SK Hynix. Die Südkoreaner zogen sich jedoch am Freitag kurz vor Ende der Frist für die zweite Bieterrunde zurück.
Am Sonntag traf sich die Elpida-Führungsriege, um über ihren bevorzugten Investor zu entscheiden. Das Management und die Treuhänder haben Kreisen zufolge zugestimmt. Ein endgültiger Sanierungsplan braucht noch die Zustimmung des zuständigen Insolvenzgerichts und der Gläubiger.