Auch Rivale Unitymedia und die Deutsche Telekom hätten Tele Columbus gern ihr eigen genannt. Beide haben nun das Nachsehen: Das TV-Signal wird künftig in mehr als neun Millionen Haushalten von KDG kommen. Durch die Vereinigung mit der in Ostdeutschland starken Tele Columbus zementiert der Konzern nicht nur seine Marktführerschaft, sondern erschwert es der Deutschen Telekom auch, ein ernstzunehmender Konkurrent zu werden.
Besonders auf ein lukratives Geschäftsfeld der Kabelnetzbetreiber hatte es die Telekom abgesehen: die langfristigen Verträge mit Wohnungsbaugesellschaften. Durch andere Zukäufe wird die Telekom dieses Geschäft schwerlich ausbauen können: Mit Tele Columbus hat sich KDG den letzten großen Brocken auf dem Markt geschnappt und gewinnt knapp zwei Millionen Haushalte hinzu. Mit Primacom und Pepco sind nun nur noch kleinere Anbieter mit unter einer Million Kunden mögliche Übernahmeziele. Der zweitgrößte deutsche Anbieter, Unitymedia, versorgt seit dem Kauf von Kabel BW Ende 2011 fast sieben Millionen Haushalte. Die Übernahme von Tele Columbus hätte Unitymedia auf Augenhöhe mit KDG gebracht. Das hat KDG mit der Übernahme abgewendet.
Einzig das Kartellamt könnte die Marktmacht von KDG noch einschränken, wie schon bei vergangenen Expansionsversuchen. Da zuletzt im Kabelmarkt sehr viel Bewegung war und die Kartellwächter auch der Vereinigung von Unitymedia mit Kabel BW zustimmten, muss man sich darüber in der KDG-Zentrale in Unterföhring allerdings nur wenig Sorgen machen.