Der japanische Mobilfunkkonzern Softbank übernimmt bis zu 70 Prozent des US-Konkurrenten Sprint Nextel. Die Transaktion habe ein Volumen bis zu 20,1 Mrd. Dollar, teilte Softbank am Montag in Tokio mit. Nach Angaben von Softbank haben die beiden Unternehmen zusammen 96 Millionen Nutzer. Die Übernahme soll bis Mitte 2013 abgeschlossen sein. Es ist die größte Auslandsübernahme, die ein japanisches Unternehmen jemals getätigt hat.
Softbank hatte erstmals Donnerstag bestätigt, in Gesprächen mit Sprint zu sein. Einem Medienbericht zufolge haben die Japaner noch mehr vor: Wie die Zeitung "Nikkei" meldete, könnte Softbank Sprint nutzen, um auch Jagd auf den kleineren US-Rivalen MetroPCS zu machen. Damit kämen die Japaner der Deutschen Telekom in den Weg, die bereits eine Offerte für MetroPCS abgegeben hat und sich nun vor einem teuren Bietergefecht sorgen muss.
Sprint und T-Mobile USA haben erheblich weniger Kunden als die Platzhirsche Verizon Wireless und AT&T. Dennoch bauen sie ihre Netze aus und rüsten sie auf den neuesten Mobilfunkstandard LTE um. Diese Ausgaben für den Netzausbau rechnen sich besser bei hoher Auslastung. Daher streben die kleinen Mobilfunker danach, sich durch Übernahmen Kunden einzukaufen.
Softbank will für 12,1 Mrd. Dollar bestehende Sprint-Aktien kaufen und weitere 8 Mrd. Dollar in neu auszugebende Aktien stecken. Je Sprint-Papier wollen die Japaner 7,30 Dollar zahlen. Zuletzt notierte die Aktie an der New Yorker Börse mit 5,73 Dollar.
Der bisherige Sprint-Chef Dan Hesse soll den Mobilfunkanbieter nach einer Übernahme weiterführen. Mit dieser Übernahme wird das japanische Unternehmen nach Kundenzahl der drittgrößte Mobilfunkanbieter der Welt nach --China Mobile-- und --Vodafone--. Softbank war erst 2006 mit dem Kauf von Vodafone Japan ins Mobilfunkgeschäft eingestiegen.
(Reuters, DPA)