FTD.de » IT + Medien » IT+Telekommunikation » Niederlage im Patentstreit für Samsung beherrschbar

  Messe in Berlin FTD-Serie: FTD-Serie: Ifa trotzt Konjunktursorgen

Von der sich eintrübenden Konjunktur bemerken die Hersteller von Unterhaltungselektronik bisher wenig. Auf dem Branchentreffen in Berlin bringen sie sich für das Weihnachtsgeschäft in Stellung. FTD zeigt die wichtigsten Neuheiten und Trends.

Merken   Drucken   25.08.2012, 16:44 Schriftgröße: AAA

US-Urteil zugunsten von Apple: Niederlage im Patentstreit für Samsung beherrschbar

Ganz so schwer wie die Summe von 1 Mrd. Dollar suggeriert, dürfte die Niederlage vor einem kalifornischen Gericht Samsung nicht treffen. Und auch für Apple ist es für Jubelausbrüche zu früh - denn der Konkurrent aus Südkorea bleibt gefährlich.
© Bild: 2012 AFP/DAMIEN MEYER
Ganz so schwer wie die Summe von 1 Mrd. Dollar suggeriert, dürfte die Niederlage vor einem kalifornischen Gericht Samsung nicht treffen. Und auch für Apple ist es für Jubelausbrüche zu früh - denn der Konkurrent aus Südkorea bleibt gefährlich.

Samsung  mag zwar im bitteren Patentstreit mit Apple  eine teuere Niederlage erlitten haben. Allerdings könnte das Urteil nach Ansicht von Experten langfristig sogar dabei helfen, die Führung der Koreaner auf dem weltweiten Markt für Smartphones zu sichern.

Zunächst muss die vom US-Gericht festgelegte Schadenersatzsumme von etwa 1 Mrd. Dollar in Beziehung gesetzt werden zu den 21 Mrd. Dollar, die der weltgrößte Elektronikkonzern an freien Mitteln zur Verfügung hat. Die Summe macht zudem gerade 1,5 Prozent von Samsungs jährlichem Umsatz in der Telekomsparte aus. Samsungs Nettogewinn allein im Quartal von April bis Juni betrug 4,5 Mrd. Dollar.

Kursinformationen und Charts
   [ %
   [ %

Auch ein etwaiges Verkaufsverbot für bestimmte Samsung-Produkte wäre ein begrenztes Problem. Die Südkoreaner gelten als "fast executioners" - sie dürften in der Lage sein, schnell angepasste Produkte auf den Markt zu werfen, sollte ein Verbot tatsächlich greifen. In früheren Fällen hatte Samsung bereits neue Versionen fertig, bevor die Gerichtsverfahren abgeschlossen waren.

"Die Auswirkungen auf Samsung werden sehr begrenzt sein", sagt daher auch der Patentanwalt D. J. Jung von SU Intellectual Property. Die betroffenen Modelle seien meist älter, und bei den neuen Varianten sei das Design bereits verändert worden. "Trotzdem, es ist eine umfassende Niederlage im wichtigsten Markt. Es ist unvermeidlich, dass Samsungs Marke in Mitleidenschaft gezogen wird", sagt Jung.

Die Südkoreaner würden als Nachahmer gesehen. Dagegen steht, dass dieser und ähnliche Prozesse Samsungs Bekanntheit deutlich erhöht haben. In einer Umfrage zum Branding im asiatisch-pazifischen Raum lag Samsung jüngst an erster Stelle - vor Apple.

Analyst CW Chung von der japanischen Bank Nomura geht sogar davon aus, dass die Koreaner ihre Stellung stärken könnten. Mit allen Berufungsverfahren werde der Prozess wohl noch Jahre dauern, sagt er. Am Ende könnten sich Apple und Samsung gegenseitig Lizenzen gewähren, um gemeinsam eine hohe Patentmauer um ihren Teil des Smartphone-Marktes zu errichten - ein Markt mit einem Volumen von mehr als 200 Mrd. Dollar. Für die anderen Bewerber wäre das eine Bedrohung.

Rechnet man die Schadensersatzsumme auf einzelne Geräte um, verlangt Apple von Samsung etwa 10 Dollar je Mobiltelefon. Sollten die Amerikaner ähnliche Klagen gegen andere Hersteller von Android-Handys anstreben, könnten deren Gewinnmargen angesichts des laufenden Preiskampfes empfindlich getroffen werden. Samsung könnte als einer der wenigen Konzerne diese Kosten auffangen - und damit seine Vormachtstellung sichern.

16:25:41 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
    % 
    % 
  • Reuters, 25.08.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
Immobilien-Kompass
Immobilien-Kompass Deutschlands beste Wohnlagen

Preise, Mieten und Prognosen für Deutschlands Metropolen und Regionen mit detaillierten Übersichtskarten

Jetzt eigene Wohnlage prüfen

 
Anstatt FTD.de lese ich künftig ... Zum Ergebnis
Alle Umfragen
In eigener Sache
  • An Kiosks in der ganzen Republik hieß es am letzten Erscheinungstag der FTD: Zeitung vergriffen! Der Hype um die Schlussausgabe trieb merkwürdige Blüten. Der Verlag druckte 30.000 Exemplare nach. Wer keines abbekam - bestellen ist möglich. mehr

  •  
  • blättern
Zwischen Leben und Arbeiten
Work-Life-Balance

Die FTD hat zusammen mit dem GfK Verein die umfassendste bundesweite Studie zum Thema Work-Life-Balance veröffentlicht. Die Ergebnisse und mehr zum Thema finden Sie hier. Die Studie können Sie hier kaufen. mehr

Folgen Sie der FTD auf Twitter
Werden Sie Fan der FTD auf Facebook
  • Sie waren ein Herzstück der Zeitung und pointiert, scharf, teils brillant: Ihre Kolumnen, Leitartikel und Kommentare haben die FTD entscheidend geprägt. Zum letzten Mal: Unsere Kolumnisten sagen, was Sache ist. mehr

  •  
  • blättern
© 1999 - 2013 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Impressum | Datenschutz | Nutzungsbasierte Online Werbung | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

Geldanlage | Altersvorsorge | Versicherung | Steuern | Arbeitsmarkt | Energiewende | Ökostrom | Auto | Quiz | IQ-Test | Allgemeinwissen | Solitär | Markensammler