Von der sich eintrübenden Konjunktur bemerken die Hersteller von Unterhaltungselektronik bisher wenig. Auf dem Branchentreffen in Berlin bringen sie sich für das Weihnachtsgeschäft in Stellung. FTD zeigt die wichtigsten Neuheiten und Trends.
Samsung mag zwar im bitteren Patentstreit mit Apple eine teuere Niederlage erlitten haben. Allerdings könnte das Urteil nach Ansicht von Experten langfristig sogar dabei helfen, die Führung der Koreaner auf dem weltweiten Markt für Smartphones zu sichern.
Zunächst muss die vom US-Gericht festgelegte Schadenersatzsumme von etwa 1 Mrd. Dollar in Beziehung gesetzt werden zu den 21 Mrd. Dollar, die der weltgrößte Elektronikkonzern an freien Mitteln zur Verfügung hat. Die Summe macht zudem gerade 1,5 Prozent von Samsungs jährlichem Umsatz in der Telekomsparte aus. Samsungs Nettogewinn allein im Quartal von April bis Juni betrug 4,5 Mrd. Dollar.
Auch ein etwaiges Verkaufsverbot für bestimmte Samsung-Produkte wäre ein begrenztes Problem. Die Südkoreaner gelten als "fast executioners" - sie dürften in der Lage sein, schnell angepasste Produkte auf den Markt zu werfen, sollte ein Verbot tatsächlich greifen. In früheren Fällen hatte Samsung bereits neue Versionen fertig, bevor die Gerichtsverfahren abgeschlossen waren.
"Die Auswirkungen auf Samsung werden sehr begrenzt sein", sagt daher auch der Patentanwalt D. J. Jung von SU Intellectual Property. Die betroffenen Modelle seien meist älter, und bei den neuen Varianten sei das Design bereits verändert worden. "Trotzdem, es ist eine umfassende Niederlage im wichtigsten Markt. Es ist unvermeidlich, dass Samsungs Marke in Mitleidenschaft gezogen wird", sagt Jung.
Die Südkoreaner würden als Nachahmer gesehen. Dagegen steht, dass dieser und ähnliche Prozesse Samsungs Bekanntheit deutlich erhöht haben. In einer Umfrage zum Branding im asiatisch-pazifischen Raum lag Samsung jüngst an erster Stelle - vor Apple.
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Analyst CW Chung von der japanischen Bank Nomura geht sogar davon aus, dass die Koreaner ihre Stellung stärken könnten. Mit allen Berufungsverfahren werde der Prozess wohl noch Jahre dauern, sagt er. Am Ende könnten sich Apple und Samsung gegenseitig Lizenzen gewähren, um gemeinsam eine hohe Patentmauer um ihren Teil des Smartphone-Marktes zu errichten - ein Markt mit einem Volumen von mehr als 200 Mrd. Dollar. Für die anderen Bewerber wäre das eine Bedrohung.
Rechnet man die Schadensersatzsumme auf einzelne Geräte um, verlangt Apple von Samsung etwa 10 Dollar je Mobiltelefon. Sollten die Amerikaner ähnliche Klagen gegen andere Hersteller von Android-Handys anstreben, könnten deren Gewinnmargen angesichts des laufenden Preiskampfes empfindlich getroffen werden. Samsung könnte als einer der wenigen Konzerne diese Kosten auffangen - und damit seine Vormachtstellung sichern.