Die geplante Übernahme des US-Geschäfts durch AT&T steht vor dem Aus. Die Konzerne loten nun neue Möglichkeiten aus. Das Kartellrechtsverfahren ist zunächst ausgesetzt.
Die Deutsche Telekom und ihr US-Partner AT&T versuchen, die Übernahme des Mobilfunkanbieters T-Mobile USA noch zu retten. "Wir prüfen ob, und wie wir unsere aktuelle Transaktion überarbeiten können, um die erforderlichen Genehmigungen zu erhalten", teilten die beiden Konzerne am Montag mit. Sie würden sich nun Zeit "für die Bewertung aller möglichen Optionen" nehmen, hieß es.
Die Telekom und AT&T beantragten beim zuständigen Gericht, das laufende Kartellverfahren bis zum 18. Januar ruhen zu lassen. Damit signalisierten Telekom und AT&T erstmals, dass sie auf Druck der Wettbewerbsbehörden von dem geplanten Verkauf der Mobilfunksparte T-Mobile USA doch noch Abstand nehmen könnten.
Die Deutsche Telekom will ihre Mobilfunktochter T-Mobile USA für 39 Mrd. Dollar an AT&T verkaufen. Allerdings hatten sowohl die US-Telekommunikationsaufsicht FCC als auch das Justizministerium Bedenken gegen den Deal geäußert. Grund ist die bereits starke Position des US-Konzerns auf seinem Heimatmarkt. Auch Konkurrenten laufen Sturm. Wenn AT&T sich T-Mobile USA einverleibt, entsteht der größte Mobilfunkanbieter der Vereinigten Staaten.
Zuletzt hatten Experten immer weniger daran geglaubt, dass die Übernahme zustande kommt. Für Telekom-Chef René Obermann wäre das ein herber Rückschlag. Denn der Konzern müsste sich dann auf eine Verzögerung beim Schuldenabbau einstellen.
Das Justizministerium hatte gegen den Verkauf geklagt. Das Verfahren wird jetzt ausgesetzt. Die zuständige Richterin Ellen Segal Huvelle gab am Montag dem entsprechenden Antrag der Firmen und des Justizministeriums statt. "Gemeinsam mit AT&T arbeiten wir an einer Lösung, die im besten Interesse unserer jeweiligen Kunden, Aktionäre und Mitarbeiter ist", teilte die Telekom mit. Die Firmen sollen dem Gericht bis zum 12. Januar mitteilen, wie sie sich entschieden haben. Am 18. Januar soll dann eine Anhörung stattfinden.
Zwischenzeitlich war bereits über einen Plan B spekuliert worden, etwa eine Kooperation statt eines Verkaufs. Derartige Überlegungen hatten die Unternehmen aber scharf zurückgewiesen. Die Partner teilten mit: "Nur durch die Kombination unserer Netzwerke werden wir in der Lage sein, Kapazitätserweiterungen und einen verbesserten Kundenservice bereitstellen zu können."
Durch die zunehmende Verbreitung der datenhungrigen Smartphones wird es im US-Mobilfunknetz eng. Neue Frequenzen sind deshalb heiß begehrt. Der Satellitenfernseh-Anbieter Dish bot sich am Montag der Telekom als Partner an, wenn der Verkauf an AT&T am Ende scheitern sollte.
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