Vorteil der virtuellen SupercomputerSo entstehen virtuelle Supercomputer, mit deren Hilfe Wissenschaftler auch komplizierte und langwierige Berechnungen schnell erledigen können. "In der Physik geht ohne die Grids gar nichts mehr", sagt Uwe Schwiegelshohn. "Der Trend setzt sich jetzt auch in anderen Fachbereichen durch." D-Grid ist eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.
Das doppelte Ziel heißt: Deutschland mit einer Grid-Infrastruktur für Forschung und Entwicklung zu versorgen und Grids auch im industriellen Bereich aufzubauen. D-Grid fördert derzeit 20 Projekte, unter anderem in der Medizin, Intralogistik und Geisteswissenschaft.
Der Vorteil der virtuellen Supercomputer liegt auf der Hand: Eine Forschungseinrichtung braucht kein gigantisches Rechenzentrum mehr vorzuhalten, das zwar rund um die Uhr teuer ist, aber nicht rund um die Uhr ausgelastet. Benötigt ein bestimmtes Forschungsprojekt einmal mehr Rechenleistung, als die eigenen Ressourcen hergeben, kann die Einrichtung einfach weitere Rechner zuschalten - und andersherum abgeben, wenn gerade Rechenpause ist.
Über lose Vernetzungen lässt sich die Leistung überall abrufen, wo gerade Kapazität frei ist. In Deutschland zum Beispiel wollen Astrophysiker derzeit errechnen, was eigentlich passiert, wenn Andromeda-Galaxien kollidieren. Die Berechnung bezieht 1000 Sterne ein: "Stünde nur die Kapazität eines einzigen Rechenzentrums zur Verfügung, gäbe es erst in mehreren Jahren erste Ergebnisse. Dank der Grids dauert die Berechnung nur wenige Monate", erklärt Schwiegelshohn.