VW-Vorstandschef Bernd Pischetsrieder
Dazu zählten die Deutsche-Telekom-Tochter T-Systems,
IBM und
EDS , der britische Finanzinvestor Apax sowie ein indischer IT-Konzern und der amerikanische Dienstleister
ACS . Am Freitag wolle
VW die interessantesten Offerten auswählen und mit ihnen weiterverhandeln, hieß es. Zwischen rund 250 Mio. Euro und 500 Mio. Euro seien bisher geboten worden.
Mit einem Verkauf von Gedas treibt VW-Chef Bernd Pischetsrieder den Umbau des Konzerns voran. Er will das Unternehmen stärker auf das Kerngeschäft konzentrieren und VW wieder wettbewerbsfähiger machen.
Längst vergebe VW IT-Aufträge auch an andere Anbieter, berichten Branchenkenner. Da große IT-Dienstleister schon wegen ihrer Masse an Aufträgen günstiger anbieten könnten, halte Gedas langfristig nicht mit deren Preisen mit. Für VW sei es daher sinnvoller, das Unternehmen abzustoßen. Auch andere Konzerne wie Rheinmetall, Thyssen Krupp, Dräger oder die Deutsche Börse haben sich von ihren IT-Dienstleistungstöchtern getrennt.
VW Hauptumsatzbringer für Gedas
Weder VW noch Gedas oder T-Systems wollten einen Kommentar abgeben. Vor allem für T-Systems wäre Gedas interessant. Der neue Chef der Telekomtochter, Lothar Pauly, hatte erst vorige Woche in einem Brief an die Mitarbeiter verkündet, T-Systems auf Westeuropa zu fokussieren. Spanien, Frankreich, Großbritannien nannte er unter anderem als Zielmärkte - in allen drei ist Gedas sehr aktiv. Zugleich könnte die Telekom ihre Position in Deutschland festigen.
Vor allem dürfte die Bieter der Vertrag mit VW interessieren. Rund 70 Prozent des Umsatzes erzielt Gedas mit Aufträgen der Konzernmutter. Dabei erlöste das Unternehmen von 567 Mio. Euro im vorigen Jahr nur knapp 170 Mio. Euro in Deutschland; mit einem Umsatz von 141 Mio. Euro bringt Gedas allein das Spaniengeschäft fast ebenso viel ein. Auch im Ausland arbeitet der Anbieter dabei vor allem für VW. "Gedas hat viel Knowhow in der umsatzstarken Automobilindustrie, könnte als Türöffner für Aufträge bei VW dienen und besitzt ein gutes internationales Geschäft", betont Christophe Châlons, Analyst beim IT-Berater PAC.
Gedas ist etwa 400 Mio. Euro wert
"Drei bis vier Bieter werden wohl in die nächste Runde kommen", hieß es in gut informierten Kreisen. Bis Jahresende wolle VW das Geschäft abschließen. Dies sei jedoch ambitioniert, hieß es. Bei einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von rund 50 Mio. Euro sei Gedas etwa 400 Mio. Euro wert. Doch der tatsächliche Wert hänge daran, wie viel Auftragsvolumen VW dem Käufer garantieren werde. Das sei ein wichtiges Thema der Verhandlungen.
"Auf dem europäischen Markt zeichnet sich eine massive Übernahmewelle ab", sagt Peter Kreutter, Branchenexperte der WHU Vallendar. "Die einzige Möglichkeit, derzeit im Markt deutlich zu wachsen, sind Zukäufe. Ohne sie ist ein Markteintritt kaum möglich." Zum einen seien bei einem Marktwachstum von etwa fünf bis sieben Prozent pro Jahr überproportionale Zuwächse für die Anbieter sehr schwer aus eigener Kraft zu erreichen. Zudem zählt gerade im IT-Geschäft der Kontakt zu den Auftraggebern, der daher mit Übernahmen eingekauft wird.