Nokias Quartalsergebnis erinnert ein wenig an eine Szene in dem Film "Das Boot". Schwer getroffen von der Konkurrenz, durch Stürme beschädigt, sinkt das U-Boot tiefer, immer tiefer, bis es plötzlich und unerwartet doch noch mit einem Rums auf Grund geht. Gerade rechtzeitig, bevor sich das Schiff durch den Wasserdruck in seine Einzelteile zerlegt. Die Besatzung freut sich, und doch weiß noch keiner, wie das Boot wieder hoch kommt, an die rettende Meeresoberfläche.
Es ist verständlich, dass sich die Aktionäre des finnischen Handyherstellers über den Kurssprung der Nokia-Aktie freuen. Talfahrt vorerst gestoppt. Einnahmen etwas verbessert. Barreserven weniger gesunken als befürchtet. Aber sie sind Leiden eben gewohnt beim Ex-Weltmarktführer - da freut man sich schon, wenn der scheinbar unabwendbare Abstieg kurzzeitig aufgehalten wird.
An Nokias Misere aber hat sich strukturell nichts geändert, weswegen Jubelschreie unangebracht sind: Dass die Geldreserven weniger schnell weggeschmolzen sind, hat mit einmaligen Einnahmen aus Lizenzen zu tun, aber nicht mit dauerhaft sprudelnden Geldquellen. Zwar hat sich das Geschäft mit einfachen Feature-Handys - die mit den Tasten - leicht berappelt, aber die Smartphone-Sparte bleibt das Sorgenkind. Hier fiel der Absatz um 39 Prozent, daran ändern auch die neuen Modelle kaum etwas.
Die Smartphones mit dem eigenen Betriebssystem Symbian sind ein Auslaufmodell. Die Lumia-Reihe aber mit Windows Phone, dem Betriebssystem von Microsoft , ist gerade erst im Aufbau und kommt zu spät, um stärkere Impulse zu setzen.
Zumal es ein weiteres Problem gibt: Die kommende Version von Windows Phone 8 wird auf den aktuellen Smartphones nicht laufen - ein Update wird nicht möglich sein. Deshalb warten potenzielle Kunden lieber bis zum Herbst, wenn neue Modelle erscheinen sollen.
Nokia setzt somit seine Hoffnung auf Windows Phone - dann eben ab Herbst. Wenn nur die Luft reicht, bis das Geschäft mit den Smartphones anzieht.
Die Verbreitung von Kommunikationstechnologien insbesondere der Mobilfunk eröffnet den Menschen in Entwicklungsländern ganz neue Möglichkeiten. Neben der Verbreitung von Informationen hat die Digitalisierung Auswirkung auf das Gesundheitssystem, die Landwirtschaft und den Zahlungsverkehr. Ein interessanter Artikel dazu auf http://www.theeuropean.de/dagmar-woehrl/11653-zunehmende-vernetzung