In Hamburg und Umgebung ist am Donnerstagnachmittag das komplette Mobilfunknetz des Betreibers O2 zusammengebrochen. Schuld ist nach Firmenangaben ein Wassereinbruch in der zentralen Schaltstelle. Am frühen Abend gab ein Sprecher Entwarnung. Die Anschlüsse in den betroffenen Städten Hamburg, Bremen und Kiel seien wieder erreichbar. Einzelne Probleme könnten indes noch auftauchen.
Der Auslöser für den Wassereinbruch konnte der Sprecher zunächst nicht nennen. Die Feuerwehr war zur Unterstützung angerückt. Die Mitarbeiter des Unternehmen mussten warten, bis die Einsatzkräfte abgerückt waren, bevor sie die Reparatur starten konnten.
Die Infrastruktur sei vom Mobilfunkausrüster BT angemietet worden, sagte der O2-Sprecher. Das Festnetz der O2-Tochter Hansenet war demnach von dem Ausfall nicht betroffen.
Anfang August war bereits das komplette O2-Netz in Deutschland aus. Etwa 75 Prozent der Kunden waren betroffen. Sie konnten zwar im GSM-Betrieb telefonieren und auch mit dem Datenbeschleuniger EDGE mobil ins Internet gehen, allerdings funktionierte der schnellere Standard UMTS und dessen Beschleuniger HSDPA nicht. Schuld sei ein Problem beim Routing des Datenverkehrs gewesen, hieß es damals.
Die Mobilfunktochter des spanischen Telefonica -Konzerns hat ihr deutsches Netz gerade mit Milliardeninvestitionen aufgerüstet, den DSL-Anbieter Hansenet gekauft und LTE-Mobilfunkfrequenzen ersteigert. Seit Ende 2009 ist O2 nicht mehr auf die kostenpflichtige Kooperation mit der Deutschen Telekom angewiesen.
"Deutschland gehört innerhalb Telefónicas zu den fünf wichtigsten Märkten", sagte O2-Deutschlandchef René Schuster Ende Juli. Das Unternehmen hat unlängst eine Kampagne gestartet, um in Deutschland verstärkt Geschäftskunden anzulocken.