Süß: Playstation 2 in Pink, erhältlich ab November, 160 Euro, www.playstation.de
Pink kann doch nicht alles sein, um Frauen zum Lustkauf von Technikprodukten zu reizen. Das sollte zumindest der Unterhaltungselektronikkonzern Sony beherzigen, der demnächst die Playstation 2 noch einmal auf den Markt werfen wird - eine scheußliche Version in grellem Mädchenrosa. Und Computerhersteller Asus stellte schon Anfang des Jahres einen Laptop vor, dessen pinke Hülle aus Krokodilleder-Imitat seriöse Businessfrauen in die Flucht schlug.
So nicht, dachte sich Diana Jaffé, als ihr das Gerät auf der Cebit unter die Augen kam. Die Chefin der Berliner Gender-Marketing-Agentur Bluestone erforscht, wie gut Hightech-Angebote und die Bedürfnisse der Kundinnen zusammenpassen. In dem Fall war eindeutig: Pink allein ist zu wenig. Zwar stellen manche Teenage-Girlies am liebsten ihr ganzes Leben auf Rosa um. Doch wer den Schlüssel zur weiblichen Kundenwelt sucht, muss sich detaillierter mit geschlechtsspezifischen Wünschen an Unterhaltungstechnologie auseinander setzen.
Das Hauptproblem ist die männlich dominierte Produktentwicklung und Vermarktung. "Das Motto lautet oft: Technik as Technik can", sagt Jaffé. Männer bleiben konsequent bei ihrer evolutionären Rolle als potenzprotzende Macher und werfen mit immer neuen Upgrades um sich. "Das geht an den Bedürfnissen der Kundinnen vorbei", sagt Jaffé.
Liebe beim ersten Rendezvous entfacht dagegen das Vorzeigegerät von Apple: Der iPod bietet, was Frauen wünschen. "Das Design ist ansprechend, die Farben sind attraktiv, die Features und Benutzerführung übersichtlich", sagt Jaffé. Im Gewicht und in der Benutzung sind iPods leicht und bieten nicht die Wahl zwischen 50 Dolby-Sorten. Vielmehr funktionieren sie weiblich intuitiv, verlässlich und simpel.
Frauen sind überlegen und skeptisch
Dass Frauen lieber simple als komplexe Unterhaltungstechnologie benutzen, hat natürlich nichts damit zu tun, dass sie dümmer wären als Männer. Im Gegenteil: Sie sind überlegen und skeptisch, wenn im Elektroniksupermarkt Tausende vermeintliche Errungenschaften angepriesen werden. Diana Jaffé sagt: "Frauen beschränken sich auf das Wesentliche, weil sie wissen, dass sie nicht tausend Zusatzknöpfe brauchen." Wer anders als Eva Herman Arbeit, Familie, Sozialleben und Hobbys unter einen Hut bringen möchte, will auch sofort wissen, wie er mit seinem technischen Equipment zurechtkommt.