Kopfhörer sind ein erster Schutz gegen offensive Flirter
Unansprechbar bleiben
Flirten ist wie Schach: Es gibt wenige gute Eröffnungen. Um sich die Massen an schlechten zu ersparen, genügt ein Kopfhörer. Ganz egal, ob Sie wirklich Musik hören oder nicht: Kein Mann mit einem Funken Selbstrespekt beginnt ein Gespräch in der Gewissheit, den ersten Satz wiederholen zu müssen. Oder - noch schlimmer - womöglich genötigt zu sein, sich durch Ärmelzupfen bemerkbar zu machen. Leider gibt es aber Männer ohne Selbstrespekt. Die sprechen einen dann trotzdem an. Gezwungenermaßen reagieren wir irgendwann, und der Flirtversuch nimmt seinen Lauf. Die Prophylaxeempfehlung für solche Fälle lautet: Active Noise Reduction. Kopfhörer mit dieser Funktion kompensieren den Umgebungslärm nach dem physikalischen Axiom von Schall und Antischall. Der Sennheiser PXC 350 ist so ein Kopfhörer, und er reduziert den Außenlärm auch bei niedriger Lautstärke um beeindruckende 85 Prozent. Das genügt, um selbst aufdringlichere Interessenten mundtot zu machen.
Wirksam abschrecken
Wenn es dann irgendwie doch passiert ist und der Flirtwillige mit einem debilen "Schönes Wetter heute, oder?" neben uns steht, müssen wir stärkere Geschütze auffahren. Etwa ein sofort als Babyphone erkennbares Gerät mit den Worten aus der Tasche ziehen: "Entschuldigung, aber ich dachte, mein Jonas hätte gewürgt. Der Kleine hat die ganze Nacht gebrochen." Die Mehrheit der Verehrer sind Sie damit los. Die Hartnäckigeren wird eine offensive Antwort auf die klimatische Einführung aus der Bahn werfen. So etwas wie: "Ja, aber leider noch zu kalt für oben ohne." Zumindest, wenn die Antwort in ein unauffällig am Kragen montiertes Mikrofon gehaucht wird, das mit dem Stimmenverzerrer Voice-Changer verbunden ist, der Ihre Stimme in die eines Aliens mit Kiemenatmung verwandelt.
Schnell loswerden
Dabei will man ja nicht unhöflich sein. Und wer bis hierher nicht von unserer Seite gewichen ist, der verdient zumindest etwas Respekt. Wenn auch nicht die korrekte Telefonnummer, nach der sehr wahrscheinlich bald gefragt wird. Ist die Sache klar und ein Wiedersehen ausgeschlossen, diktieren Sie dem hartnäckigen Herrn folgende Mobilnummer: 0163/173 77 43. Dort wird ihm eine freundliche Männerstimme mitteilen, was er bislang nicht verstehen wollte: Eine weitere Kommunikation ist unerwünscht. Diese Stimme gehört Frank, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, im Auftrag anderer aufdringliche Menschen abzuwimmeln.
Eine andere Möglichkeit, sich den Interessenten dezent vom Leib zu halten, ist die Spoofcard: Freundlich bittet man um seine Handynummer und verspricht: "Ich ruf' dich an, dann hast du meine Nummer." Via Spoofcard tippt man irgendeine Nummer - nur nicht die eigene - ein, die dann auf dem Display des Empfängers erscheint.
Ist man nicht sicher, ob sich ein Wiedersehen nicht vielleicht doch lohnt, teilt man die Telefonnummer mit, die man sich über Privatephone zugelegt hat. Das kalifornische Unternehmen bietet nur US-Rufnummern an und damit eine Steilvorlage für Jetsetposer: Beim Nummerntausch erklärt man einfach, man sei gerade "beruflich wahnsinnig viel in New York". Lässt sich der Bewerber von teuren Überseetelefonaten nicht abschrecken, ist er es vielleicht auch wert, angehört zu werden. Zumindest seine Nachricht. Denn die US-Nummer beinhaltet nichts weiter als eine Mailbox mit einem persönlichen Begrüßungstext. Per E-Mail wird man über neue Nachrichten informiert. Das lässt ausreichend Zeit, sich Gedanken über ein Wiedersehen zu machen.
Plötzlich entfliehen
Lässt man sich auf ein Rendezvous ein, kann alles Mögliche schiefgehen. Die Verabredung schmatzt oder schwärmt von der Ex-Freundin. Dann gäbe man viel für einen erlösenden Anruf. Den bietet Stefan Eibens Agentur Alibi-Profi: Zu einer verabredeten Uhrzeit klingelt das Handy. Der angebliche Chef bittet, sofort zu kommen: Man sei doch der einzige Mitarbeiter, der ein Projekt noch retten könne. Man wehrt ab: Ausgerechnet jetzt, man säße gerade so nett zusammen. Weil aber kein Verehrer als verständnislos gelten möchte, ermutigt er von sich aus zum Gehen.
Nachhaltig blamieren
Blöd nur, wenn man danach im Stundentakt angerufen wird. Eine Zeit lang kann man sich zwar mit dem Handy-Download Callcheater entschuldigen: Der täuscht Bahnhofslärm und andere Geräusche vor, die ein Gespräch ganz unmöglich machen. Doch irgendwann muss die Wahrheit raus. Die Frage ist nur, wie. Es ist herzlos, sein Desinteresse im direkten Gespräch zu bekunden. Hübscher ist, die Nachricht via singendes Telegramm zu überbringen. Besonders effektiv ist, den singenden Telegrammisten zum Arbeitsplatz des selbst ernannten Heartbreakers zu bestellen. Vor allem, wenn er "Time to Say Goodbye" oder "Liebe wird oft überbewertet" schmettert. Angst vor noch schmerzhafteren Blamagen erspart jeden weiteren Rückruf.
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