Skyscout von Celestron (FTD-Montage)
Sicher ist, dass Douglas Adams diesem kleinen Ding eine Jubelarie widmen würde. Sein Babelfisch war natürlich schon nicht schlecht, und der Reiseführer "Per Anhalter durch die Galaxis" in der Hand von Arthur Dent und Ford Prefect auch nicht. Aber was den beiden Romanfiguren und Interstellar-Flüchtlingen wirklich fehlte, war ein Sternenbestimmer im Taschenformat. Ihr planloses Herumirren im All hätten sie sich zweifellos lieber erspart.
Der Skyscout von Celestron ist genau, was die beiden gebraucht hätten - ein Wunderwerk in schwarzem Plastik. Es bietet die schlichte Optik eines 80er-Jahre-Autoradios, in das man ein Guckrohr eingesetzt hat. An der Seite gibt es ein Display und drei Knöpfe. Richtet man das Gerät auf einen bestimmten Stern, erfährt man umgehend dessen Namen und weitere Informationen über den Himmelskörper. So kann man auch ohne Vorkenntnisse mit Fachwissen angeben. Zum Beispiel so: "Das ist Navi. Man nennt ihn auch Cassiopeia Gamma, ein Stern, der 70.000-mal heller leuchtet als die Sonne und sich mit 306 Kilometern pro Sekunde um sich selbst dreht." Wer außer semiprofessionellen Astrofreaks kann so was schon auswendig herunterrattern?
GPS und digitalen Kompass kombiniert
Beim Einschalten sucht der Skyscout zunächst nach einem GPS-Signal. Das allein reicht aber nicht. Wer beim tiefen Blick ins Universum etwas erkennen möchte, braucht exakte Koordinaten. Also hat Celestron dem Skyscout einen digitalen Kompass eingebaut und eine Art Mini-Magnetfeld, das die Gravitationsfelder der Erde lesen kann. Aus diesen Informationen folgert das Gerät die Positionen des Betrachters und der einzelnen Gestirne mit beeindruckender Präzision.
Die Technologie an sich ist nicht neu, aber es brauchte seine Zeit, bis sie in einem Gerät dieser Größe verfügbar war - jetzt ist es so weit. Michael Risch von Baader-Planetarium, dem Celestron-Vertrieb in Deutschland, ist schon ganz aufgeregt, wenn er über die amerikanische Errungenschaft spricht. "Die Menschen auf der Erde kreisen zu sehr um sich selbst. Sie haben den Blick für die Weite verloren", sagt er. "Man sieht da oben Galaxien, die ihr Licht losgeschickt haben, als es die Menschheit noch gar nicht gegeben hat. Dieses Licht trifft jetzt ein, und sie können es mit ihrem Auge sehen. Dieses Gerät hilft dem Benutzer, diese unglaublichen Dinge zu verstehen."
Rund 6000 Objekte identifizierbar
Rund 6000 Objekte kann der Skyscout identifizieren. Darunter sind Sterne, Planeten und Sternenformationen. Wer wissen will, welches Objekt gerade vor ihm so hell blitzt, drückt auf die Zieltaste. Die Antwort folgt prompt und wird je nach Wunsch als Text auf dem angenehm orange beleuchteten Display angezeigt oder als Audiodatei abgespielt, die über den mitgelieferten Kopfhörer zu hören ist.
Es kann auch gezielt nach Sternen gesucht werden. Die Sichtröhre ist zusätzlich mit roten Pfeilen animiert, die den Weg zum gesuchten Himmelskörper weisen. Wenn etwa der Mars gefunden ist, blinkt und pfeift das Gerät - Irrtum ausgeschlossen. Zusätzlich bietet der Skyscout Erkundungstrips durch die zwölf Tierkreiszeichen, die Verfolgung bekannter Kometen und die "Highlights der Nacht", eine Art planetarische Tonight-Show für den Sternentouristen.
Auch an die Zukunft haben die Entwickler gedacht. Mit Hilfe eines USB-Ports kann der Nutzer seinen Himmelsführer regelmäßig auf den neuesten Stand der Wissenschaft bringen. Dazu kommt ein Slot für SD-Karten, die es bald zu kaufen geben soll. Angeboten werden dann thematische Rundgänge durch die Unendlichkeit. Einzig der fehlende Zoom macht die Betrachtung lichtschwächerer Sterne bisweilen schwierig. Allerdings wurde hierfür ein Stativgewinde installiert. Fortgeschrittene Beobachter können so parallel ein Teleskop benutzen, um das Zielobjekt genauer anzuschauen.
Reißender Absatz in den USA
In den USA findet der Skyscout bereits reißenden Absatz. Im August hatte die Firma mit dem Verkauf der ersten Charge begonnen, bereits Anfang September waren alle 10.000 Geräte verkauft. Ab Februar soll der Skyscout auch den Deutschen den Nachthimmel erklären. Bis jetzt gab es noch Probleme mit der Einfuhr der Technologie: Blei und Kadmium sind in der US-Version verarbeitet, was den Import nach Deutschland verbietet. Aber die umweltfreundliche Lösung ist offenbar gefunden, was Sternengucker hier zu Lande freuen dürfte.
Immerhin ist es nicht nur eine Frage der Romantik, sich am Firmament auszukennen - sondern hat auch praktischen Nutzen: Anhand der Sterne lässt sich die Jahreszeit ebenso bestimmen wie die eigene Position. Und wer bei klarem Himmel nicht mal weiß, wo Norden ist, kann sich ja vom Skyscout den Polarstern zeigen lassen. Dann tut es aber auch ein Kompass.
Skyscout von Celestron, erhältlich in Deutschland voraussichtlich ab Februar 2007; bei Bestellung noch in diesem Jahr: 395 Euro; www.celestron.com; www.baader-planetarium.de