Wegen des Abhörskandals um die inzwischen eingestellte Zeitung "News of the World" muss der Medienunternehmer Rupert Murdoch auf einen Teil seiner Boni verzichten. Von den Kürzungen sind auch Murdochs Sohn James und zwei weitere Topmanager betroffen.
Laut Unterlagen, die bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht wurden, hat die Vergütungskommission seines Konzerns News Corp entschieden, dass die vier betroffenen Manager nur die Hälfte ihrer jährlichen Boni erhalten sollen.
In den Unterlagen begründet News Corp die Kürzungen mit der Abhöraffäre um die britische Boulevardzeitung " News of the World". Journalisten der Zeitung hatten unter anderem die Telefone von Verbrechensopfern und Prominenten angezapft. Der Fall sorgte in Großbritannien für große Empörung. News Corp stellte die "News of the World" wegen des Abhörskandals ein. Bei den Kürzungen der Boni sei auch den weiteren Folgen der Affäre Rechnung getragen worden, also den Kosten für den Gerichtsprozess, für Abfindungen und für den Rückzug des Kaufangebotes von News Corp für BSkyB .
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Für das Geschäftsjahr 2012, das am 30. Juni endete, bekommt Rupert Murdoch dennoch einen Bonus von 10,4 Mio. Dollar. Seine gesamte Vergütung liegt bei über 30 Mio. Dollar. Für seinen Sohn James ist ein Bonus von 5 Mio. vorgesehen, bei einem Gesamtgehalt von 16,8 Mio. Dollar. Aus den Unterlagen geht aber auch hervor, dass James Murdoch als Reaktion auf den Skandal bereits im Jahr 2011 einen 6-Mio.-Dollar-Bonus abgelehnt hatte.
Von den Bonuskürzungen ist auch Finanzchef David DeVoe und Chase Carey betroffen, der als Murdochs rechte Hand gilt und als Manager für das Tagesgeschäft des Medienkonzerns verantwortlich ist. DeVoe sollte einen Bonus über 4,17 Mio. Dollar erhalten, Carey 8,3 Mio. Dollar.
Die Kürzungen wurden kurz vor der jährlichen Hauptversammlung von News Corp veröffentlicht, die am 18. Oktober in Los Angeles stattfinden soll. Dort stimmen die Aktionäre über Vergütungspakete für das Topmanagement ab. Das Ergebnis der Abstimmung ist für die Konzernspitze allerdings nicht bindend.